George: Eine Zukunft gibt es auch ohne Steinhoff. CEO Gunnar George glaubt an Weiterbestehen der Möbelkette – notfalls auch ohne die Mutter Steinhoff.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 08. Mai 2018 (02:03)
Franz Gleiß
Gunnar George, CEO der Möbelkette Kika/Leiner, nennt sein Ziel für die kommenden acht Jahre: Die Kika/Leiner-Gruppe soll eine Rendite von drei bis fünf Prozent nachhaltig erwirtschaften.

Es sind turbulente Monate, die hinter der Kika-Leiner-Unternehmensgruppe liegen. Nach dem Bilanzskandal um das Mutterunternehmen Steinhoff kam auch die Österreich-Tochter nicht aus den Schlagzeilen.

„Ich persönlich mache mir keine Sorgen“, gibt sich Kika/Leiner-CEO Gunnar George gegenüber der NÖN optimistisch. „Mit der Unternehmensgruppe wird es auf jeden Fall weitergehen, egal was mit Steinhoff passiert.“ Man könne zwar nicht vorhersehen, ob Kreditversicherer im Falle einer Steinhoff-Insolvenz ausfallen würden, oder wie sich Kunden verhalten. „Aber wir haben einen bestehenden Geschäftsbetrieb.“

"Wie die in Amsterdam Immobilien bewerten, ist mir wurscht.“ Kika/Leiner-CEO Gunnar George 

Auch einer der jüngsten Skandale rund um Steinhoff scheint George nicht aus der Ruhe zu bringen. Erst kürzlich hatte die Kika/Leiner-Mutter bekannt gegeben, dass Immobilien in der Bilanz 2016 um eine Milliarde Euro zu hoch bewertet worden sind – darunter auch Häuser in Österreich. „Diese Falschbewertungen berühren mich gar nicht“, sagt George. Die Immobilien seien unter Steinhoff ja vom Handel getrennt worden, die Steinhoff-Immobilientochter Hemisphere hat ihren Sitz in Amsterdam. „Ich bin Mieter. Wie die in Amsterdam Immobilien bewerten, ist mir wurscht.“

In Österreich wolle man das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen und weiter wachsen – aber langsamer als geplant. Große Renovierungen in den Häusern seien vorläufig nicht drin.

"Derzeit haben wir eine Sortimentsdeckung von 85 Prozent"

Zuerst soll jetzt in den Onlinebereich investiert werden. Hier macht Kika/Leiner aktuell etwa sechs Millionen Euro des Umsatzes. Innerhalb von fünf Jahren sollen 30 bis 50 Millionen Umsatz im E-Commerce-Bereich gemacht werden. Bis Ende 2019 soll das Online-Team dafür von neun auf 30 Mitarbeiter ausgebaut werden. Kosten sollen die Maßnahmen rund fünf Millionen Euro. Außerdem stehen Investitionen in ein neues EDV-System von acht bis zehn Millionen Euro an.

Ende Mai startet darüber hinaus eine Imagekampagne im TV für Leiner – eine Maßnahme, die eben das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen soll. Bei der Frequenz in den Geschäften fehlen nämlich etwa zwanzig Prozent der Interessenten, die Möbel kaufen wollen. Hier soll auch eine stärkere Markendifferenzierung zwischen Kika und Leiner helfen. „Derzeit haben wir eine Sortimentsdeckung von 85 Prozent. Das Ziel ist, 55 bis 60 Prozent Deckung bis Ende 2019 zu haben“, erklärt George.

Was die Standorte angeht, so seien die verbleibenden 46 Filialen „für die nächsten Jahre sicher“, betonte George. Vier Filialen, darunter eine Lipo-Filiale in Langenzersdorf, werden ja bis Ende Juni geschlossen.

Zur Bilanz des Jahres 2017 wollte sich George nicht äußern. Auf die Frage, ob es Kika/Leiner per se gut gehe, antwortete er: „Wir sind auf einem guten Weg. Aber wir sind noch nicht am Ziel.“ Dieses sei, nachhaltig drei bis fünf Prozent Rendite zu erwirtschaften. Realistisch sei das in fünf bis acht Jahren.