Reinhold Gütebier: „Wir investieren in die Standorte“. Reinhold Gütebier kündigt Ausbau von Möbelhäusern in St. Pölten, Amstetten und Vösendorf sowie neue Küchenstudios an.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 24. Februar 2020 (18:15)
Kika/Leiner-CEO Reinhold Gütebier nach dem ersten Jahr der Restrukturierung des Möbelkonzerns: „Wir stehen jetzt deutlich besser da, als ich im Vorjahr zu dieser Zeit gehofft hätte.“
Chris Hofer

NÖN: Sie haben eben vor kurzem das erste Geschäftsjahr als CEO von Kika/Leiner abgeschlossen. Wie sieht das Ergebnis aus?

Reinhold Gütebier: Das Ergebnis ist deutlich besser als erwartet – das erste Jahr der Restrukturierung kann als sehr erfolgreich bewertet werden. Kika/Leiner steht jetzt wesentlich besser da, als ich im Vorjahr zu dieser Zeit gehofft hätte.

Eine schwarze Null ging sich vermutlich nicht aus.

Gütebier: Wir sind im Herbst 2018 mit dem Ziel angetreten, in drei Jahren den Turnaround zu schaffen und eine schwarze Null zu erzielen. Das erste Geschäftsjahr ist ein gutes Fundament dafür, dieses Ziel zu erreichen. Generell darf man nicht vergessen, in welchem Zustand wir Kika/Leiner übernommen haben. Von dieser schwierigen Ausgangssituation sind wir heute weit entfernt. Wir haben Marktanteile und Kunden zurückgewonnen, neue Kunden überzeugt und die Frequenz in den Häusern gesteigert. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wieder Vertrauen in die Geschäftsführung gefasst. Wir haben jetzt eine „Wir schaffen das“-Mentalität.

Was sind die nächsten Schritte im Restrukturierungsprozess?

Gütebier: Wir haben bereits im Vorjahr verstärkt in eine zeitgerechte Warenpräsentation, in Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter und in Qualitätskontrolle mittels Mystery Shopping investiert. In Eugendorf bei Salzburg haben wir viel Geld in den Ausbau und die Neugestaltung eines Kika-Möbelhauses investiert, um zu sehen, wie sich das wirtschaftlich auswirkt. Der Erfolg war überwältigend, weshalb wir heuer diese moderne und in Österreich bisher einzigartige Philosophie in bis zu zehn weiteren Häusern umsetzen.

Gibt es auch Standorte in Niederösterreich, die nach dieser neuen Philosophie heuer um- und ausgebaut werden?

Gütebier: Selbstverständlich. Die Kika-Filiale in St. Pölten wird ebenso ausgebaut wie die Leiner-Filialen in Amstetten und Vösendorf. Wir beginnen dort, wo seit Jahren nicht oder nur wenig investiert wurde, die Standorte aber hohes Potenzial haben. Parallel dazu werden wir neue, kleinere Standorte eröffnen. Es werden Leiner-Küchenstudios mit einer Verkaufsfläche von etwa 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche sein.

Die Unterscheidung der Marken Kika und Leiner ist nicht einfach. Halten Sie an der Zwei-Marken-Strategie fest?

Gütebier: Wir halten an der Zwei-Marken-Strategie fest. Der erste Schritt war die Steigerung der Frequenz. Die ist gelungen. Der zweite Schritt ist es, die Profile der beiden Marken schärfen und für eine klarere Differenzierung sorgen.

Wie wird diese Differenzierung aussehen?

Gütebier: Leiner wird aufbauend auf der langen Tradition zum Möbelhaus für die gehobene Mitte mit einem Schwerpunkt bei Top-Marken. Kika wird zum Möbelhaus vom starken Preiseinstieg bis zur guten Mitte für eine etwas jüngere Zielgruppe.

Sie haben vor Kurzem gemeinsam mit René Benkos Signa Real Estate ein ehrgeiziges City-Projekt auf dem Areal des Stammhauses in St. Pölten vorgestellt. Welche Rolle wird Leiner dabei spielen?

Gütebier: Für St. Pöltens Innenstadt wird das eine großartige Sache – hier entstehen ein Hotel, ein Kongresszentrum und attraktive Wohnungen. Bei Leiner werden wir die Geschäftsfläche auf 2.000 bis 3.000 Quadratmeter verringern. Auf dieser Fläche werden wir ein spezielles Sortiment für gehobene Ansprüche bieten. Parallel dazu erneuern und modernisieren wir wie gesagt die Kika-Filiale im Süden der Stadt und schaffen zusätzliche Verkaufsflächen. Dort werden wir zusätzliche Mitarbeiter benötigen. In Summe werden in St. Pölten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze garantiert behalten.