Verbot von Öl und Gas: Widerstand der Heizungsbranche. Vertreter appellieren an Politik: Technologien sollen nicht gänzlich verboten, sondern „grün“ genutzt werden.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 05. Mai 2021 (05:33)
Gasheizungen wird der Hahn abgedreht: Bis 2040 soll diese Technologie verboten werden.
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Wie sie ihre vier Wände in Zukunft warm halten, werden sich die Bewohner fast jedes zweiten Haushaltes in NÖ überlegen müssen. 33 Prozent heizten laut der eNu 2019 mit Gas, 15 Prozent mit Öl. Das Umwelt- und das Finanzministerium einigten sich mit den Ländern darauf, Kohle-, Öl- und Gasheizungen schrittweise zu verbieten, um der Klimakatastrophe entgegenzuwirken. In der Heizungsbranche regt sich Widerstand.

Konkret ist der Ausstieg aus Öl und Kohle bis 2035 vorgesehen und aus Erdgas bis 2040. Neu installierte Heizsysteme müssen ab 2022 klimafreundlich sein. Ab 2025 sind Kohle- und Ölkessel mit bestimmtem Alter im Bestand auszutauschen. Der Gas-Ausstieg sieht analog zum Plan für Kohle und Öl ein Einbauverbot von Gasheizungen in Neubauten ab 2025 und den Komplett-Ausstieg 2040 vor.

Vertreter des Fachverbands für Gas und Wärme der WKO und der Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten wandten sich nun in einem offenen Brief an den Bundeskanzler und die Landeshauptleute. Sie appellieren, Technologien nicht gänzlich zu verbieten. Notwendig sei es, den CO 2 -Ausstoß zu verringern.

Gesetzesnovelle samt Stufenplan gefordert

Elisabeth Berger: „Man kann nicht ganze Technologien verbieten.“
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„Heizungen sind aber nicht für sich gut oder böse. Sie können umweltfreundlich oder umweltschädlich betrieben werden“, meint die Interessensvertreterin der Heizungsindustrie Elisabeth Berger aus dem Bezirk Melk. Bei Gas können etwa Ersatzstoffe mit Gülle entwickelt werden, bei Öl werde an grünen Alternativen gearbeitet.

Für besser als das geplante Vorgehen hält sie eine Gesetzesnovelle samt Stufenplan, die NÖ schon in Begutachtung hatte. „NÖ hat in seinem Begutachtungsentwurf zur Bauordnung grüne Alternative für fossiles Öl und Gas vorgesehen. Das Vorhaben wurde aber zurückgestellt, da Verhandlungen mit dem Bund hinsichtlich der Finanzierung dieser Umstellung laufen“, sagt der zuständige Landesrat Franz Schnabl (SPÖ). Er betont, dass es nötig sei, den Umstieg für alle leistbar zu machen. Über die genaue Ausgestaltung des Umstiegs laufen weiter Gespräche.

Nach Einschätzung von eNu-Geschäftsführer Herbert Greisberger müsse man in der Thematik differenzieren. Für Öl- und Kohle-Heizungen sieht er keine Zukunft. Bei Gas könne man umweltfreundliche Energieträgern andenken. „Da muss man aber auch dazu sagen, dass es dann teurer wird“, betont er.