Know-how aus NÖ für das Parlament. 25 blau-gelbe Firmen arbeiten an der Sanierung. Eines davon ist DocTec aus Bad Vöslau.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 14. Juli 2020 (08:38)
Beim Lokalaugenschein auf der Parlament-Baustelle: Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Johannes und Claudia Schabauer aus Bad Vöslau sowie Landesrat Jochen Danninger (von links).
NLK/Filzmoser

Der Umbau und die Sanierung des 1883 eröffneten Parlamentsgebäudes am Dr. Karl-Renner-Ring zählt gegenwärtig zu den aufwendigsten Bauprojekten Österreichs. Die 352 Millionen Euro teure Investition trägt eine starke niederösterreichische Handschrift, wie ein Lokalaugenschein mit Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger zeigte. Insgesamt 25 blau-gelbe Unternehmen wirken mit, die Wieder-Eröffnung ist 2022 geplant.

Eines dieser Unternehmen ist das Start-up DocTec von Johannes Schabauer aus Bad Vöslau. Aus seiner Forschungsarbeit am Austrian Institute of Technology (AIT) in Klosterneuburg heraus entwickelte Schabauer ein Monitoring-System, das die Sicherheit der Arbeiter auf der Baustelle dank eines ausgefeilten Mess- und Analyse-Systems deutlich verbessert. Das Prinzip: Die von verteilt platzierten Sensoren gemessenen Werte von bis zu 150 Gasen werden digital erfasst und analysiert. Sind sie zu hoch, schlägt das System Alarm. Zugleich lässt sich das System auch zur Dokumentation und zum Schutz der Bausubstanz einsetzen – beispielsweise vor Feuchte.

„Die Sicherheit der Arbeiter sowie die Erhaltung des historischen Erscheinungsbildes haben im Rahmen der nachhaltigen Sanierung des Hauses einen besonders hohen Stellenwert,“ betont Sobotka die Bedeutung der Arbeit von DocTec. Danninger sieht DocTec als Beispiel dafür, dass Niederösterreich für innovative Start-ups einen guten Nährboden darstelle. Das Land habe mit dem Inkubator accent ein gutes Werkzeug, um junge und aufstrebende Unternehmen zu unterstützen und Know-how im Land zu halten.

Für DocTec ist der prestigeträchtige Auftrag ein wichtiger Schritt auf dem Weg, das vorhandene Know-how weiterzuentwickeln. Vor allem der großzügige Zugang zu Patenten von Forschungseinrichtungen sei dabei ein Standort-Vorteil in Niederösterreich, betont Schabauer. Die bei der Parlamentssanierung eingesetzte Technologie könne überall von Nutzen sein, wo die Messung, Analyse und Dokumentation von Klima, Gasen und Feinstaub eine wichtige Rolle spielen – also auch in Krankenhäusern und U-Bahnen. Für diese Pionierarbeit wurde das Bad Vöslauer Start-up auch bereits beim Galileo-Masters- Wettbewerb mit einem Preis ausgezeichnet.