Metaller: Die Einigung ist da. In der siebten Verhandlungsrunde kam am Sonntag die Entscheidung: Es gibt zwischen 3,0 und 4,3 Prozent mehr Lohn.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 20. November 2018 (00:03)
Shutter-stock.com/bogdanhoda
Die Metaller bekommen künftig 100-prozentige Zuschläge für die elfte Arbeitsstunde am Tag oder die 51. Arbeitsstunde der Woche.

Und sie einigten sich doch. 70 Stunden hat es gedauert, aber am Sonntag kurz vor 21 Uhr kam die Nachricht: Vor den für Montag angekündigten „richtigen“ Streiks nach den Warnstreiks in der Vorwoche haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter der Metalltechnischen Industrie bei den Lohnverhandlungen geeinigt.

Es gibt ein Plus zwischen 3,0 und 3,6 Prozent für die rund 130.000 Beschäftigten in der Metalltechnischen Industrie (in Niederösterreich sind es 23.000 Beschäftigte) bzw. ein Mindestbetrag von 80 Euro für die unterste Lohngruppe. In Summe macht das eine Erhöhung zwischen 3,0 und 4,3 Prozent der Löhne und Gehälter aus, durchschnittlich sind es 3,46 Prozent.

„Es ist ein sehr guter Abschluss, mit dem wir sehr zufrieden sind“, betont Patrick Slacik, Landessekretär der Gewerkschaft Pro-Ge in Niederösterreich, unmittelbar nach den Verhandlungen gegenüber der NÖN. Sieben Verhandlungsrunden seien zwar ungewöhnlich für einen Abschluss, aber die Warnstreiks und die Androhung von richtigen Streiks hätten geholfen, zu diesem Abschluss zu kommen. „Gerade die niedrigen Einkommen waren uns besonders wichtig“, so der Arbeitnehmervertreter.

Die weiteren Details:

  • Bei der Lehrlingsentschädigung gibt es ein Plus von durchschnittlich zehn Prozent. 100 Euro plus gibt es für Lehrlinge im ersten Lehrjahr, 90 Euro für jene im zweiten, 80 Euro im dritten und 70 Euro im vierten Lehrjahr.
  • Was den 12-Stunden-Tag angeht, so seien einige „Entschärfungen“ gelungen, erklärt Slacik. Ab der elften Stunde am Tag oder der 51. der Woche gibt es künftig 100-prozentige Zuschläge.
  • Die Zulagen für die Nachtarbeit werden schrittweise über vier Jahre um jeweils sieben Prozent angehoben.
  • Das Zeitkontenmodell wird als Dauerrecht in den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie aufgenommen. Bisher wurde das Zeitkontenmodell jeweils befristet verhandelt.
  • Zeitguthaben können im Rahmen von Gleitzeitmodellen als ganze Tage (maximal drei pro Halbjahr, also sechs pro Jahr) konsumiert werden.

Abschluss als „Plafond des Möglichen“

„In dieser Umfeldsituation ist das eine vernünftige Lösung“, erklärt Veit Schmid-Schmidsfelden, Chefverhandler auf Arbeitgeberseite und Geschäftsführer der Rupert Fertinger GmbH aus Wolkersdorf, nach Ende der Verhandlungen im Telefonat mit der NÖN. Im Hinblick auf die Inflationsrate von 2,0 Prozent seien die durchschnittlich 3,46 Prozent Lohnerhöhung „eine deutliche Überzahlung“. Dies sei der absolute „Plafond des Möglichen“, so Schmid-Schmidsfelden. „Das soll die Anerkennung der Mitarbeiter sein, die gute Arbeit verrichtet haben.“