Tenor bei Gipfel: Mitarbeitersuche und -bindung als Herkulesaufgabe

Erstellt am 25. April 2022 | 16:26
Lesezeit: 3 Min
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Der Gipfel „Wirtschaft & Arbeit im Dialog“ stand im Zeichen der Arbeitswelt der Zukunft. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Landesräte Eichtinger und Danninger diskutierten mit den NÖ-Sozialpartnern über aktuelle und künftige Herausforderungen für Unternehmen und Arbeitnehmer in Niederösterreich.
Foto: NLK Pfeiffer
Mit einer Bus-Rundtour wollen das Land NÖ und die Sozialpartner über Förderungen und Ausbildungen für Arbeitnehmer informieren. Außerdem sollen sich Unternehmen mit Hilfe der Wirtschaftskammer NÖ und ecoplus zum "Talente-Magnet" mausern.
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Um die Zukunft der Arbeit und die Herausforderungen für Unternehmen und Arbeitnehmer ging es am Montag beim Gipfel „Wirtschaft & Arbeit im Dialog“ mit den NÖ-Sozialpartnern und Mitgliedern der Landesregierung.

Trotz guter Konjunktur – für heuer werden 3,7 Prozent Wirtschaftswachstum erwartet – stellen Themen wie Mitarbeitersuche und -bindung viele Unternehmen vor eine Herkulesaufgabe. So standen Ende März laut AMS NÖ 41.828 arbeitslose Personen 20.000 offene Stellen in NÖ gegenüber. Der Wirtschaftsbund berichtete sogar von über 40.000 freien Stellen.

„Es reicht heutzutage nicht mehr, einem Arbeitnehmer einfach ein Entgelt zu zahlen“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vor Journalisten. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Entfaltungsmöglichkeiten, Mitgestaltung und Wertschätzung dürfen als Komponenten dabei nicht mehr fehlen.

Entwicklungshilfe zum „besonderen Unternehmen“

Mit dem neuen „Talente-Magnet“ der Wirtschaftskammer NÖ und ecoplus sollen nun Unternehmen bei der Suche und und Bindung von Mitarbeitern sowie bei der eigenen Positionierung unterstützt werden, informiert Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger. Die Webinare werden ab Ende Mai starten und liefern NÖ-Unternehmen Tipps, Best Practice-Beispiele und Experten-Beratung. Das sei für alle, die „nicht normale“, sondern eben „besondere Dienstgeber“ sein wollen, ein Angebot, so Mikl-Leitner.

"Wir geben ihnen dabei praxistaugliche Werkzeuge in die Hand, um sich als noch attraktiverer Arbeitgeber in Niederösterreich zu positionieren. Oft sind es auch ganz kleine Dinge, die für unsere Betriebe selbstverständlich sind und trotzdem einen Anreiz geben. Diese gilt es sichtbar zu machen“, heißt es von  Wirtschaftskammer NÖ-Präsident Wolfgang Ecker.

Auf "Kompetenztour" quer durch Niederösterreich

Um Arbeitnehmer für die künftige Arbeitswelt zu rüsten, wird es eine „NÖ-Kompetenztour“ quer durch das Land geben. Bei dieser Bus-Rundtour sollen Menschen auf verschiedenen Ausbildungsebenen und mit unterschiedlichen Berufserfahrungen über Förder-, Beratungs- und Ausbildungsmöglichkeiten informiert werden. „Aus- und Weiterbildung sind das beste Investment für die Zukunft, ob betriebliche Weiterbildung oder die persönliche berufliche Weiterentwicklung“, so Landesrat Martin Eichtinger.

Auch beim AMS Niederösterreich liegt der Fokus auf Ausbildung von Jobsuchenden direkt in den Betrieben am konkreten Arbeitsplatz. "1.620 Jobsuchende bekommen heuer mit Training on the Job einen neuen Arbeitsplatz, und Arbeitgeber neue MitarbeiterInnen", sagt AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich. Heuer wolle das AMS NÖ rund 73.000 gemeldete Stellen erfolgreich besetzen. "81,1 Prozent aller Stellenbesetzungen klappen innerhalb von drei Monaten. Bei nur 4,2 Prozent braucht es sechs Monate oder mehr", so Hergovich.

Junge verstehen und Unternehmenskultur modernisieren

Als Expertin für neues Arbeiten nahm am Gipfel Lena Marie Glaser, Gründerin von basicallyinnovative.com, teil. Glaser nahm zum aktuellen Wandel in unserer Arbeitswelt Stellung und sieht ihn als Chance, um die Frage aufzuwerfen, wie wir eigentlich arbeiten wollen. „Der Schwerpunkt liegt darauf, die Perspektive der jungen Generationen verstehen zu lernen, die generationenübergreifende Zusammenarbeit zu fördern und die Unternehmenskultur zu modernisieren. Mit diesem Wissen und Know-How positionieren sich Unternehmen in Niederösterreich im Wettbewerb um die besten Talente als attraktiver Arbeitgeber, der auch in Zukunft ArbeitnehmerInnen gewinnt und hält“.