Milchbauern werden NÖM nicht kaufen

Erstellt am 10. April 2018 | 02:03
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Das Areal der NÖM in Baden. Die Molkerei wird auch in den kommenden Jahren nur zu 25 Prozent den Milchbauern der MGN gehören.
Foto: NÖM
Komplettübernahme ist nun auch für Milchgenossenschaft vom Tisch. Die Molkerei startet jetzt mit eigenem Tierwohl-Siegel.
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Im April des Vorjahres hatte die Milchgenossenschaft NÖ (MGN) noch angekündigt, bis Ende 2017 die ihr fehlenden 75 Prozent der Anteile an der Molkerei NÖM AG in Baden kaufen zu wollen. Der Anteil befindet sich aktuell in Besitz der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Diese Pläne sind jetzt vom Tisch. „Mittelfristig“, also in den kommenden zwei bis drei Jahren, werde die MGN die Molkerei nicht übernehmen, erklärt MGN-Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer zur NÖN.

Aus seiner Sicht mache eine Übernahme aktuell „keinen Sinn“, dazu müssten sich erst die Rahmenbedingungen in Österreich ändern. Noch sei das Risiko für die Milchbauern, die ja die Milchgenossenschaft bilden, zu groß. Auch aufgrund der Volatilität der Märkte.

"Tierschutzgesetz bereits sehr fordernd'"

Indes startet die NÖM diese Woche mit einem eigenen Tierwohlsiegel. „Die Konsumenten und auch viele Handelsketten erwarten das“, weiß Gruber-Doberer. Allein das Tierschutzgesetz sei bereits „sehr fordernd“ für die Bauern, die MGN habe sich aber zu darüber hinausgehenden Maßnahmen entschieden, die auch über ein Siegel entsprechend sichtbar gemacht werden sollen.

Diese freiwilligen Maßnahmen umfassen etwa, dass die Kühe 120 Tage pro Jahr Auslauf haben müssen. Gesetzlich vorgeschrieben sind 90 Tage. Außerdem verwenden Milchbauern der NÖM kein Palmöl im gentechnikfreien Futter aus Europa. Die Einhaltung wird durch die Zertifizierungsstelle AgroVet kontrolliert.

Bis 1. Jänner 2020 läuft eine Übergangsfrist. „90 Prozent der Milchmenge werden aber bereits unter diesen Bedingungen produziert“, erklärt Gruber-Doberer.