Kontrollamtsbericht zu Skylink belastet Ex-Chefs. Ein aktueller Wiener Kontrollamtsbericht zum Skylink-Skandal belastet nun zusätzlich die Ex-Chefs des Wiener Flughafens. Wie die "Kronen Zeitung" schreibt, dokumentieren die Prüfer, dass die Informationen des Vorstands zu Projektumfang und Kosten über Jahre extrem "divergierten". Es bestehe der Verdacht, dass wohl eine Täuschung beabsichtigt war. Das wurde vom Flughafen-Management zurückgewiesen.

Erstellt am 02. November 2012 (18:50)

Zur Kostenentwicklung beim Bau des Terminals Skylink ("Check-In 3") sei beispielsweise einmal (2004) die 65 Millionen teure Gepäcksortieranlage mit im kalkulierten Preis (475 Mio. Euro) dabei gewesen, im Jahr 2006 wiederum nicht, zitiert die "Krone" zu den verschiedenen Kostenaussagen aus dem Bericht. Im Jahr 2008 sei eine Finanzierungs-Reserve in den Kosten (657 Mio. Euro) inkludiert gewesen, im nächsten Jahr (830 Mio. Euro) dann allerdings nicht mehr.

Der Flughafen Wien hat die Kontrollamts-Kritikpunkte an divergierenden Kostenangaben und Täuschungsvorwürfe beim Skylink-Bau am Freitagabend schriftlich von sich gewiesen. In einer Stellungnahme an die APA betonte der börsenotierte Airport, dass die zu Skylink kommunizierten Gesamtkostenangaben "immer korrekt und vergleichbar" gewesen seien. "Die Gepäckssortieranlage war nie im Skylink-Projekt enthalten", wie auch der Rechnungshof in seinem Endbericht bestätigt habe. "Die laufend kommunizierten Gesamtkosten zu Skylink waren immer inklusive Reserven und daher ebenfalls immer vergleichbar", so der Flughafen

Zudem berichtet die "Kronen Zeitung", in dem Kontrolllamtsbericht werde zur Informationspolitik des Airports kritisch angemerkt, dass künftig der Verdacht vermieden werden sollte, dass einzelne Aktionäre möglicherweise Insiderinformationen erhalten und bevorzugt werden könnten. Stadt Wien und Land Niederösterreich sind als Syndikatspartner zu je 20 Prozent am Flughafen beteiligt, Spitzenbeamte treffen sich regelmäßig zu Syndikatsversammlungen - in denen auch die Besetzung von Aufsichtsratsposten ausdiskutiert wird.