KSV bereitet dayli-Konkursantrag vor. Das Bangen der dayli-Beschäftigten und -Lieferanten über die Zukunft der Drogeriekette hat am Donnerstag ein Ende. Der Kreditschutzverband 1870 wird den Konkursantrag einbringen, sollte es die Drogeriekette nicht selbst machen. Über diese Ankündigung zeigte sich dayli-Chef Rudolf Haberleitner "irritiert". Er glaubt noch immer an die Firma und spricht von Verhandlungen mit Investoren und Banken.

Erstellt am 03. Juli 2013 (21:54)

Der KSV1870 vertritt 15 Lieferanten mit 3 Mio. Euro Außenständen. Insgesamt schätzt der Kreditschutzverband die offenen Forderungen aller Lieferanten auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Der Betrieb der noch bestehenden 783 österreichischen dayli-Filialen koste pro Arbeitstag rund eine halbe Mio. Euro nur an Personal- und Sachaufwand, also ohne Wareneinsatz gerechnet.

Ein Ultimatum bekommt das Management nicht nur von Kreditschützern, sondern auch von der Gewerkschaft. Sollten die Beschäftigten ihr Geld nicht spätestens am 11. Juli auf den Konten haben, werden die Arbeitnehmervertreter rechtliche Schritte einleiten, kündigte Gewerkschafter Karl Proyer an.

Stellt dayli morgen nicht selbst den Insolvenzantrag, sondern bringen die Gläubiger den Konkursantrag ein, dauert die Abwicklung des Verfahrens mehrere Wochen. Der Geschäftsbetrieb würde unterdessen weitergehen, sofern das die Geschäftsführung will. KSV-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner hält eine Sanierung im gerichtlichen Insolvenzverfahren für möglich. Dass der angedrohte Konkursantrag vom Gericht abgelehnt wird, weil eine Zahlungsunfähigkeit nicht gegeben ist, erwartet er hingegen weniger. Schließlich sei das Unternehmen seit Wochen nur mehr sehr eingeschränkt beliefert worden.

dayli-Chef Haberleitner ist wohl der Einzige, der glaubt, das Unternehmen ohne Insolvenz retten zu können. Kantner hingegen will "nicht mehr länger auf ein Wunder warten". Der Standortberater RegioPlan hält nur rund ein Drittel der 780 dayli-Standorte in Österreich für den Handel für interessant.