So funktioniert "artgerechte Gurkenhaltung". Während es Salatgurken aus dem Glashaus fast das ganze Jahr über gibt, kommen Feld- und Einlegegurkerl im Mai auf das Feld und werden bis September geerntet.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 03. Juni 2020 (16:31)
Gurke ist nicht gleich Gurke: Die Salatgurke wird in Österreich im Glashaus oder im Folientunnel angebaut. Die meisten davon ganz in der Nähe von Niederösterreich: In Wien wachsen vier Fünftel der österreichischen Salatgurken. Die Einlegegurkerl wachsen im Freiland. Auch die Feldgurke darf draußen wachsen. Von den Gurkerl kommt ein Zehntel aus Niederösterreich, bei den Feldgurken ist es fast ein Fünftel.
Land schafft Leben

Ähnlich wie bei Nutztieren kann man auch bei Gurken von so etwas wie „artgerechter Haltung“ sprechen. Fachleute nennen das „pflanzengemäßen Wuchs“ und meinen damit, dass eine Pflanze dann angebaut wird, wenn sie Saison hat.
Bei österreichischen Gurken ist dies eher die Ausnahme als die Norm. Salatgurken werden das ganze Jahr über nachgefragt und kommen zu einem großen Teil aus in kalten Monaten beheizten Glashäusern.

Dort wachsen die Gurken nicht auf Erde, sondern auf Kokosfaser oder Steinwolle, welche regelmäßig erneuert und entsorgt werden. Salatgurken erkennt man an ihrer dünnen Schale und den kaum spürbaren Kernen.

Für die Ernte gibt es eine Maschine, die an ein Flugzeug erinnert: den „Gurkerlfliegerl“. Er ermöglicht den Arbeitskräften, dass sie am Bauch liegend ernten und sich nicht um jedes Gurkerl bücken müssen. Trotzdem erfordert die Arbeit Kraft und Ausdauer.  
Land schafft Leben

Feldgurken sind dagegen kürzer, haben eine dickere Schale und festere essbare Kerne. Die Pflanzerl kommen im Mai in die Erde und wachsen im Gegensatz zu den Salatgurken nicht in die Höhe, sondern kriechen am Boden und bilden immer wieder neue Gurken aus.

Beliebt sind die Feldgurken vor allem in Privatgärten, doch was die Menge insgesamt betrifft, sind sie den Salatgurken deutlich unterlegen.

In Österreich machen sie nur zwei Prozent der gesamten Gurken- und Gurkerlernte aus. Ganze 76 Prozent fallen auf die Salatgurken. Die restlichen 22 Prozent machen Einlegegurkerl aus, die ebenfalls ab Mai im Freiland angebaut werden.
Bevor Gurken und Gurkerl ihren Weg in die Regale im Supermarkt finden, sind viele Handgriffe vonnöten. Vor allem die Ernte der Einlegegurkerl ist sehr arbeitsintensiv, da die Gurkerl alle drei bis vier Tage gepflückt werden müssen.

Viele Handgriffe vom Feld bis ins Regal

Wer unter den Helfenden am Feld nach Österreicherinnen oder Österreichern Ausschau hält, sucht vergeblich. Die Arbeitskräfte auf den heimischen Feldern kommen zum Großteil aus Osteuropa.

Sie wohnen die Saison über am bäuerlichen Betrieb und arbeiten unter Tags am Feld. Oft beschäftigen die Betriebe jedes Jahr dieselben Personen, sodass diese bereits bestens mit der Arbeit vertraut sind.

 Eine Kooperation von  Land schafft Leben  mit der NÖN