Land schnürt. Alpine-Insolvenz / Neben Konjunkturpaket der Wegen der Alpine-Pleite hat das Land nun ein eigenes Maßnahmenpaket geschnürt. Landeshauptmann Erwin Pröll: „Wir werden die Arbeitnehmer wobei die Klein- und Mittelbetriebe nicht im Stich lassen,

Erstellt am 30. Juni 2013 (16:19)
Landeshauptmann Erwin Pröll mit Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka und Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav: Maßnahmenpaket des Landes wegen Alpine-Insolvenz geschnürt. Foto: NLK/Pfeiffer
NOEN, NLK Johann Pfeiffer

Von Martin Gebhart

Wegen der Alpine-Pleite hat das Land nun ein eigenes Maßnahmenpaket geschnürt. Landeshauptmann Erwin Pröll: „Wir werden die Arbeitnehmer wobei die Klein- und Mittelbetriebe nicht im Stich lassen, denn sie können für diese Pleite am wenigsten.“ Nachsatz: „Die wesentlichsten Ursachen für diese Pleite liegen in verfehltem Management.“ Betroffen sind in NÖ rund 700 Alpine-Mitarbeiter sowie rund 300 Zulieferbetriebe mit rund 31.500 Mitarbeitern. Maßnahmen, die Pröll gemeinsam mit Stellvertreter Wolfgang Sobotka und Landesrätin Petra Bohuslav vorstellte:

  • Eine 50-prozentige Haftungsübernahme für Kredite bis zu 250.000 Euro, um die Liquidität der Klein- und Mittelbetriebe zu sichern. Expertin Claudia Pfiffinger wird dazu Auskunft geben (02742 / 9005-16168).
  • Für 2014 geplante Bauinvestitionen in der Höhe von 50 Millionen Euro werden vorgezogen. Genauso werden Instandhaltungsmaßnahmen mit einem Volumen bis zu 30 Millionen Euro vorgezogen.
  • Für Arbeitnehmer wird eine Arbeitsstiftung gemeinsam mit dem AMS eingerichtet. Dazu gibt es eine Hotline (02742 / 9005-9555). Für alle Betroffenen in der Arbeitsstiftung, die ein Wohnbauförderungsdarlehen haben, wird dieses zins- und tilgungsfrei gestellt. Die Arbeitsstiftung wird von der Organisation AGAN vorbereitet. Dazu gibt es auch Versammlungen in den Betrieben.

Das Maßnahmenpaket soll noch im Juli in der Landesregierung beschlossen werden. Abseits davon will auch Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (Team Stronach) eine Anlaufstelle für Betroffene der Alpine-Pleite in ihrem Ressort schaffen. Was zu einem Konflikt in der Regierung führte (siehe politische Randnotizen Seite 8).

Auf Ebene der Bundesregierung wurde von der Koalition wegen Alpine ein Konjunkturpaket von 1,5 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre beschlossen, wobei viele Investitionen vorgezogen werden. Präsentiert wurde das Paket von Kanzler Werner Faymann auch bei einer großen Betriebsräteversammlung in Hirschwang (Bezirk Neunkirchen).
 


Gute Lösungen

x
NOEN

IM GESPRÄCH / Hermann Haneder, Alpine-Zentralbetriebsrat, über die Pleite und seine persönliche Zukunft.

NÖN: Was war aus Ihrer Sicht die Ursache für die Alpine-Pleite?
Haneder: Ursache war das rasche Wachstum – vor allem im Ausland. Es gab Managementfehler und ein Verkennen der Situation. Und ein massives Drängen der Eigentümer zu wachsen. Der österreichische Teil war ja gesund und profitabel.

Es heißt aber aus der Baubranche, dass gerade in Österreich zu Dumpingpreisen gearbeitet wurde?
Mir wurde erzählt, dass Strabag, Porr oder andere mit Dumpingpreisen arbeiten. Die Bauindustrie-Unternehmen pecken sich gegenseitig die Augen aus, wenn sie so weitermachen.

Sind Sie über die geplanten lokalen Auffanglösungen glücklich?
Als Betriebsrat gesehen bedeutet das, dass wir so mehr Mitarbeiter unterbringen als bei einer großen Lösung.

"Ziel ist, dass keiner unter die Räder kommt"

Für alle 4.905 Alpine-Beschäftigte soll es diese Woche 33 Betriebsversammlungen geben. Welchen Tipp können Sie geben?
Mein Tipp ist, Ruhe zu bewahren, Vertrauen in die Betriebsräte, Arbeiterkammer und ÖGB zu setzen. Ziel ist, dass keiner unter die Räder kommt.

Sie werden als AKNÖ-Präsident abtreten, die Alpine wird zerschlagen. Was werden Sie tun?
Ab 12. Juli gibt es bei der Alpine keinen Betriebsrat mehr. Die Frage ist, was derjenige, der den Hochbau Ost übernimmt und wo mein Mandat ist, vor hat und ob er mich nimmt. Meine Zukunft hat für mich dabei aber nicht oberste Priorität.

Sie könnten auch in Pension gehen. Würden Sie das machen?
Das weiß ich noch nicht.

-hb-