Landwirtschaft leidet unter Hagel und Dürre. NÖ Bauern leiden unter dem Wetter: Frost und Hagel richteten auf 76.000 Hektar 40 Mio. Euro Schaden an, und durch Dürre dürften 30 Prozent der Ackerflächen geschädigt sein, sagte Agrarlandesrat Stephan Pernkopf bei einer Pressekonferenz.

Erstellt am 12. Juli 2012 (14:11)
NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Allein am vergangenen Wochenende entstanden im Waldviertel auf 8.000 Hektar Hagelschäden im Ausmaß von 1,4 Mio. Euro. Bisher wurden Frostschäden bei 1.500 Hektar Wein- sowie 900 Hektar Obst- und Christbaumkulturen gemeldet. Pernkopf bezifferte die von Landeshauptmann Erwin Pröll zugesagte Soforthilfe mit fünf Mio. Euro. Zuschüsse gebe es auch für Hagelversicherungsprämien, weiter aufrecht ist auch eine Förderung für Hofübernahmen durch die nächste Generation.

Die landwirtschaftlichen Einkommen seien nach Einbußen 2008 und 2009 im Jahr 2010 um 13 Prozent und im Vorjahr um 16 Prozent gestiegen.  Die Situation 2012 werde sich wieder negativ auswirken, fürchtete der Landesrat. Der Grüne Bericht 2011 bestätigt aus seiner Sicht die Leistungskraft der niederösterreichischen Landwirtschaft: 41.570 Agrarbetriebe, das sei ein Viertel aller im Land, erwirtschaften mit einem Produktionswert von 2,2 Mrd. Euro 30 Prozent der gesamten Agrarleistung von 6,5 Milliarden.

Besonders hoch sei im Bundesland der Anteil der Bergbauern (knapp 14.000) und Biobetriebe. Die 4.675 Biobetriebe entsprechen 15 Prozent der Agrarbetriebe, bewirtschaften 144.000 Hektar. Immer mehr Bauernhöfe würden sich zu "Öko-Kraftwerken" entwickeln: Die Zahl der betriebe, die erneuerbare Energien produzieren, habe sich seit 1999 versiebenfacht. Das neue Ökostromgesetz werde einen weiteren Boom etwa bei Photovoltaik auslösen, berichtete Pernkopf von bereits 4.000 Einreichungen.

Vier Prozent der Bevölkerung versorgen 100 Prozent mit Nahrungsmitteln, unterstrich Pernkopf die heimische Lebensmittelsicherheit und ökologische Produktion. NÖ Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner verwies auf die Bedeutung der Bauern auch für die Landschaft. In Österreich würden 12,1 Prozent des Haushaltseinkommens für Lebensmittel aufgewendet, zum Vergleich in Deutschland über 14 Prozent.