Unabhängiger Bauernverband will Einzug schaffen. Am 1. März 2020 wählt die Niederösterreichische Bauernschaft ihre Vertreter. Unabhängiger Bauernverband will vier-Prozent-Hürde knacken.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 27. Januar 2020 (15:25)
Engagieren sich für den Unabhängigen Bauernverband: Hubert Buchinger (von links), Josef Steinbacher, Johann Großpötzl (Bundesorganisation), UBV-NÖ-Spitzenkandidat Herbert Hochwallner, Friedrich Gillinger und Josef Handl.
Anita Kiefer

„Es wird überall viel geredet, aber wenn es um die Sache geht, passiert nichts.“ Das ist die Motivation von Herbert Hochwallner, Landesobmann des UBV (Unabhängiger Bauernverband) Niederösterreich, sich am 1. März der Landwirtschaftskammer-Wahl zu stellen.

Er wolle „die Landwirtschaft neu denken und gestalten“. Zentrale Forderung des UBV ist eine Leistungsabgeltung für die Bereitstellung von gepflegtem Kulturland durch die Bäuerinnen und Bauern. Das heißt konkret: Pro Hektar bewirtschafteten Kulturlandes erhält die Landwirtin oder der Landwirt einen festgesetzten Betrag. Der UBV hat dafür ein eigenes Berechnungsmodell entwickelt.

Weiters will sich der UBV unter anderem für eine Produkt-Herkunfts-Kennzeichnung im Lebensmittel und in der Gastronomie, die Besteuerung von Schiffs- und Flugzeugtransporten und die Reduktion von Sojaimporten in die EU um mindestens 30 Prozent innerhalb von fünf Jahren einsetzen.

Laut Herbert Hochwallner will der UBV bei der Landwirtschaftskammer-Wahl im März „die vier Prozent überschreiten“ und in die Landwirtschaftskammer einziehen, so das Wahlziel. Die Einstiegsschwelle in die Kammer wurde seit der letzten Wahl von fünf auf vier Prozent gesenkt. Vor fünf Jahren ist der UBV übrigens mit der FPÖ gemeinsam als „freiheitliche Bauernschaft“ zur Wahl angetreten. Man sei aber von der FPÖ enttäuscht, daher trete man alleine an, so Hochwallner.

Bei der letzten Landwirtschaftskammer-Wahl 2015 wurden 36 Landeskammerräte gewählt, 30 entfielen auf den NÖ Bauernbund, 6 auf die Freiheitliche Bauernschaft, die SPÖ-Bauern scheiterten an der Prozent-Hürde. Der Bauernbund hatte 83,72 Prozent der Stimmen erhalten, die freiheitliche Bauernschaft 8,93 Prozent und die SPÖ-Bauern 4,81 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,03 Prozent.