Niederösterreich is(s)t exotisch

Erstellt am 23. Juni 2022 | 05:32
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8391761_noe25_exotische_fruechte_c_lisbeth_stra.jpg
Die Cousins Florian Strasser und Robert Bandion bauen heuer rund 2.000 Melonen an.
Foto: Lisbeth Strasser
Heimische Bauern setzen beim Anbau auf Melonen, Süßkartoffeln und Reis.
Werbung

Viele Lebensmittel konnten lange nur aus dem Ausland bezogen werden. In NÖ setzen immer mehr Landwirte auf exotische Regionalität.

Eigentlich sind Melonen in subtropischen Gebieten beheimatet. Florian Strasser und Robert Bandion bauen die Früchte jedoch auch in Zendorf (Bezirk St. Pölten) an, selbst wenn es „keine einfache Kultur ist“, wie Strasser erklärt. Im ersten Jahr erhielten die beiden Hilfe von einem pensionierten Landwirt. „Er hatte die Maschinen und das Wissen“, sagt Strasser. Nachdem Melonen Hitze zum Wachstum bevorzugen, wird mit einer schwarzen Mulchfolie nachgeholfen, unter der heuer rund 2.000 Melonen gedeihen.

Auch andere Exoten werden in NÖ vermehrt angebaut, wie etwa die Süßkartoffeln. „Es ist spannend, die Süßkartoffel in Österreich zu produzieren, da der Markt nur ausländische Ware geboten hat. Es gab noch keine Technik und nicht so viel Erfahrung“, erklärt Christian Anzböck jr. aus Zissersdorf (Bezirk Korneuburg), der das Superfood seit 2018 anbaut. Begonnen wurde mit ein paar Quadratmetern, schnell wurden es fünf Hektar. Heuer wurden bereits rund 20 Hektar bepflanzt. Erstmals ist beim Anbau eine eigens für ihn gebaute Pflanzmaschine im Einsatz – die erste ihrer Art in Europa.

Klimawandel macht Reisanbau möglich

Ausgefallen wird es auch bei Gregor Neumeyer in Gerasdorf. Seit 2015 beschäftigt er sich mit der Kultivierung, Verarbeitung und dem Vertrieb von Reis. Unter der Marke „ÖsterReis“ werden Lang-, Rund- und Mittelkornreis angeboten. „Durch den Klimawandel ist der Anbau bei uns möglich, aber es ist eine Herausforderung“, erklärt Neumeyer. Mit dem Anbau von Reis verfolgt er unter anderem zwei Ziele: Kunden sollen zu einem bewussten Einkauf angeregt werden und Landwirte sollen mit einer Anbaualternative langfristig wirtschaftlich arbeiten können.