Obst und Gemüse zur Hälfte importiert. Auf Niederösterreichs Tellern landet ein großer Teil aus dem Ausland, obwohl viel selbst angebaut wird.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 17. Juni 2020 (05:52)
Symbolbild
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Österreich ist bei vielen Obst- und Gemüsesorten von Importen abhängig, um seinen Eigenbedarf zu decken. Das zeigt eine aktuelle Studie der Umweltorganisation Greenpeace, die auf Daten der Statistik Austria beruht. Nur etwa die Hälfte des Eigenbedarfs an Obst und etwas mehr als die Hälfte des Gemüsebedarfs werden demnach im Inland produziert.

Österreich baut zum Beispiel nur ein Fünftel der Tomaten an, die wir benötigen, auch beim Knoblauch ist das so. Ein anderes Beispiel sind Marillen, hier decken wir unseren Eigenbedarf nicht einmal zur Hälfte. Der Rest muss also importiert werden.

Niederösterreich als starker Versorger

Von den Importen an frischem Obst und Gemüse landet laut Landwirtschaftskammer jeweils rund ein Fünftel in Niederösterreich, sie kommen vor allem aus Spanien, Italien und Deutschland.

Produziert wird in Niederösterreich laut Landwirtschaftskammer aber sehr viel Obst und Gemüse selbst, das Bundesland trägt bei diversen Sorten viel zur heimischen Versorgung bei. Etwa die Hälfte aller Erdbeeren und Himbeeren aus Österreich wachsen zum Beispiel hier.
Österreichischer Spinat, Zwiebeln und Grünerbsen kommen beinahe ausschließlich aus Niederösterreich.

Wegen des Klimawandels wird die Produktvielfalt beim heimischen Anbau außerdem laufend erweitert. So werden etwa bereits Melonen, Süßkartoffeln und Kichererbsen angebaut. Für eine österreichweite Versorgung reicht es dann im Kontext aller konsumierten Obst- und Gemüsesorten aber trotzdem bei Weitem nicht. Gerade in Krisenzeiten kann Importabhängigkeit aber problematisch werden.

Logistik war während des Lockdowns ein Sorgenkind

„Die Krise hat uns hineinschnuppern lassen, was es bedeuten würde, wenn wir wirklich länger von der globalen Lieferkette abgeschnitten sind“, sagt Manfred Weinhappel, Pflanzenbaudirektor bei der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer. Die Logistik sei während des Lockdowns ein Sorgenkind gewesen, einen spürbaren Mangel an Produkten gebe es dadurch jetzt aber nicht. Mittlerweile habe man in diesem Bereich wieder eine bessere Übersicht.

Auch exportiert werden kann jetzt wieder mit mehr Planungssicherheit. Im Ausland gefragt sind aus NÖ vor allem Äpfel, Erdbeeren und Marillen (von den in Österreich produzierten Marillen kommen immerhin fast 80 Prozent aus Niederösterreich). Fast die Hälfte der österreichischen Gemüseexporte kommt aus dem Bundesland, beim Obst sind es sieben Prozent. Die wichtigsten Zielländer für NÖ Gemüse sind Deutschland, Ungarn und Belgien.