Lehrlingsbewerb "Industrie 4.0" internationales Vorbild. 32 Lehrlinge in acht Teams mussten beim Lehrlingswettbewerb "Industrie 4.0" nicht nur technische, sondern auch soziale Kompetenzen unter Beweis stellen. Gearbeitet wurde nämlich in Teams, die sich teilweise aus verschiedenen Unternehmen zusammensetzten.

Von Theresa Bittermann. Erstellt am 04. Juni 2019 (14:44)
Theresa Bittermann
32 Lehrlinge in acht Teams sind beim Lehrlingswettbewerb "Industrie 4.0" im Wifi in St. Pölten angetreten. In jedem Team kamen Lehrlinge mit unterschiedlichen Kompetenzen zusammen. In drei der Teams arbeiteten Lehrlinge aus verschiedenen Firmen zusammen.

Die Teams beim Lehrlingswettbewerb "Industrie 4.0" vereinen Lehrlinge aus verschiedenen Lehrbereichen, wie Elektrotechnik, Mechatronik oder Energietechnik. Die Teammitglieder haben zwei Tage Zeit einen fiktiven Auftrag zu erfüllen, dabei ist technisches Wissen und Teamfähigkeit gefragt. 

Diese Wettbewerbsform hat mittlerweile international für Aufsehen gesorgt. Bei den "WorldSkills", den Berufs-Weltmeisterschaften in Russland, und den nächsten "EuroSkills" 2020 in Graz, den Europameisterschaften, wird dieses Wettbewerbsformat aus Niederösterreich als Demonstrationswettbewerb vorgestellt. 

Neue Ausbildung für Berufsschul-Lehrpersonal 

Das Lehrlingsmodell hat zwei Standbeine - den Beruf selbst und die Berufsschule. Industriespartenobmann Thomas Salzer kündigte an, dass ab Herbst 2019 das Wifi Niederösterreich einen neuen Lehrgang zum/r "diplomierten Industrieausbilder/in" anbieten wird, "um das Lehrpersonal mit den nötigen Digitalkompetenzen auszustatten". 

Außerdem betonte er die Wichtigkeit des Bewerbs: "So können sich junge Leute vorstellen, welches Bündel an Kompetenzen heute in der Arbeitswelt gefragt ist." 

Kathrin Wieland von der Firma Welser Profile war eines der wenigen Mädchen beim Bewerb. Als Teamleiterin ihrer Gruppe hat sie Aufgaben verteilt und die Arbeit des Teams im Bewerb koordiniert: "Am Anfang haben wir uns gedacht: wie sollen wir das bewältigen? Aber wir haben uns dann Schritt für Schritt herangearbeitet und uns gegenseitig geholfen", erzählte sie. 

In jedem Team kamen Lehrlinge mit unterschiedlichen Kompetenzen zusammen. In drei der Teams arbeiteten Lehrlinge aus verschiedenen Firmen zusammen. 

96 Prozent würden wieder Lehre machen

Josef Bollwein
Geschäftsführer der SMC Pneumatik GmbH Robert Angel, WKNÖ-Obmann der Sparte Industrie Thomas Salzer, WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und Angela Kraft von der Sparte Industrie NÖ.

"Wir sehen bei diesem Wettbewerb auch wie tüchtig die jungen Leute sind und wie gut sie in unseren Unternehmen ausgebildet werden", sagte Sonja Zwazl, Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ). Sie zeigte sich auch erfreut über die Ergebnisse der letzten Lehrlingsbefragung: "96 Prozent der Jungen sind zufrieden mit der Unternehmenskultur an ihrem Arbeitsplatz und auch 96 Prozent würden sich wieder für eine Lehre entscheiden."