Lettland wird 18. Land der Eurozone. Lettland wird das 18. Land der Eurozone. Die EU-Wirtschafts- und Finanzminister gaben in Brüssel grünes Licht für die Aufnahme des Baltenstaates, wie die litauische Präsidentschaft am Dienstag erklärte. Damit tritt der rund zwei Millionen Einwohner zählende Ostseestaat zum 1. Jänner 2014 der Währungsunion bei. In einer Umfrage zeigten sich die Letten jedoch wenig begeistert davon.

Erstellt am 09. Juli 2013 (14:24)

Die EU-Finanzminister billigten am Dienstag in Brüssel mehrere Rechtsakte, die die Aufnahme ins gemeinsame Währungsgebiet ermöglichen, berichteten auch EU-Diplomaten.

Anfang Juni hatte die EU-Kommission bereits die Empfehlung zur Aufnahme Lettlands gegeben. Die endgültige Entscheidung lag bei den Finanzministern. Ihre Zustimmung war erwartet worden. Lettland steckte zwar in den Jahren 2008 und 2009 noch in einer schweren finanziellen und wirtschaftlichen Krise, leitete dann aber umfassende Reformen und ein hartes Sparprogramm ein. So lag etwa die Staatsverschuldung 2012 bei 40,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), erlaubt sind 60 Prozent. Das Defizit betrug 1,2 Prozent vom BIP, erlaubt sind 3 Prozent.

Das Land mit rund 2 Millionen Bürgern erfüllt alle Maastrichter Beitrittskriterien und wird das 18. Mitglied in dem Währungsklub. Der Umrechnungskurs wird 0,702804 Lats für 1 Euro.

Der lettische Ressortchef Vilks sprach zum Auftakt des Treffens von einem symbolischen Datum. "Wir gehen voran, weil wir wissen, wie wichtig dieses Ziel ist." Der Euro sei ein wichtiger Anker, gerade für kleine Volkswirtschaften in Europa.

Österreichs Finanzminister bezeichnete den heutigen Tag als "Freudentag für Europa". Dies habe im Sinn des Friedensprojekts EU auch einen Mehrwert für Österreich, sagte Fekter am Dienstag zum Beitritt Lettlands zur Wärhungsunion.

Ob das die Letten wirklich wollen, ist jedoch fraglich. Einer Umfrage zufolge sprachen sich 53 Prozent gegen den Währungswechsel, sagte Meinungsforscher Arnis Kaktins am Dienstag im lettischen Radio. Nur 22 Prozent unterstützten die Übernahme der Gemeinschaftswährung, die Lettland zum 18. Mitglied der Eurozone macht.