Limits für Manager. Limit für Managergehälter / Klare Mehrheit der NÖN-Online-Umfrage für Beschränkungen. Experten fordern Anpassungen der Gehälter.

Erstellt am 17. März 2013 (14:40)
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Von Madeleine Kopitschek

Sollen Abfertigungen und Boni für Manager zukünftig limitiert werden? Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 wird über Beschränkungen diskutiert. Durch eine Volksabstimmung in der Schweiz ist die Frage wieder aufgekommen, denn 67,9 Prozent der Schweizer haben sich für ein Limit bei Managergehältern ausgesprochen. Erich Panzenböck, Obmann der Wirtschaftskammer Wiener Neustadt: „So hohe Managerbezüge, die in der Schweiz oder den USA für Aufregung gesorgt haben, gibt es in Österreich nicht.“

Die NÖN befragte in der Vorwoche ihre Leser zum Thema Managergagen. Beinahe einstimmig waren die Befragten für eine Beschränkung der Gehälter, ähnlich das Ergebnis der NÖN-Online-Umfrage: 90,3 Prozent der 1.259 Teilnehmer stimmten für eine Beschränkung der Gehälter.

Doch was sagen die Spitzenmanager des Landes dazu? Michael Gartner, Geschäftsführer der Lebensmittelversuchsanstalt: „Von Beschränkungen für Privatunternehmen durch den Gesetzgeber halte ich wenig. Solche Beschränkungen regen lediglich die Phantasie an, diese zu umgehen. Grundsätzlich wäre aber eine Selbstbeschränkung im Sinne der nachhaltigen Firmenentwicklung sinnvoll.“

Gerhard Sklenar, Betriebsrat der ÖBB Postbus GmbH, hält von Prämien nicht viel: „Prämien sind schlecht fürs Betriebsklima. Der Manager identifiziert sich nicht mehr mit dem Betrieb.“ Er sieht noch ein weiteres Problem bei zu hohen Gagen: „Managerposten werden nur noch auf zwei bis drei Jahre vergeben. In dieser Zeit schauen sie nur darauf, Prämien zu lukrieren, aber nicht auf die Zukunft des Betriebes.“ Auch ÖGB-Regionalsekretär Franz Redl setzt sich für eine Beschränkung ein: „Es passt einfach die Relation von den größten zu den kleinsten Einkommen in einer Firma nicht. Viele Führungskräfte haben keine Ahnung, wie man mit 1.000 Euro im Monat auskommen kann.“

Es wird auch eine strikte Trennung zwischen Staatsbetrieben und der Privatwirtschaft gefordert. „Dort, wo Steuergeld hineinfließt, gehört eine Regelung her. In die Privatwirtschaft darf aber nicht hineinregiert werden“, sagt Norbert Fidler, Wirtschaftskammer-Obmann aus St. Pölten. Othmar Sailer, Vorstandsmitglied der LISEC Holding GmbH: „Eine generelle Regelung über alle Branchen hinweg zu legen, halte ich für schwer umsetzbar.“