Sozialbetrug durch Reinigungsfirma aufgeflogen. Auch in Hotels in Niederösterreich kontrollierte die Finanzpolizei bei einem Großeinsatz mit 35 Mann. Ein Unternehmen aus Wien-Meidling verstieß laut Finanzministerium systematisch gegen Gesetz zur Ausländerbeschäftigung.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 27. März 2018 (08:25)
APA (dpa)
Symbolbild

Schwarzarbeit und Lohn- und Sozialdumping: Das hat die Wiener Finanzpolizei nach einer anonymen Anzeige bei einer Reinigungsfirma aus dem 12. Wiener Gemeindebezirk aufgedeckt. Dass die illegalen Machenschaften aufgeflogen sind, war auch zeitgleichen Kontrollen der Behörden Mitte März in Hotels in Niederösterreich sowie in Wien und am Firmensitz in Wien-Meidling zu verdanken, wie das Finanzministerium jetzt bekanntgab. 35 Einsatzkräfte waren ausgeschwärmt.

Der Schlag der Finanzpolizei gegen Sozialbetrug war erfolgreich. Bei der Befragung der Reinigungskräfte erhärtete sich der Verdacht gegen die Firma.

Das zeigt die Bilanz der Finanzpolizei: demnach hatten 15 der 21 kontrollierten Beschäftigten weder eine Arbeitsbewilligung noch waren sie bei der Sozialversicherung angemeldet. Zwei Reinigungskräfte ohne gültige Aufenthaltserlaubnis in Österreich wurden sogleich in Schubhaft genommen.

Die Spuren führen zu zwei Serben

Nach Angaben des Finanzministeriums laufen die Ermittlungen gegen die Reinigungsfirma mit einem slowenischen Geschäftsführer noch. Dieser ist derzeit aber nicht in Österreich. Die Finanzpolizei vermutet aber ohnehin, dass sich dabei nur um einen Strohmann handelt und die Fäden bei zwei Serben – Vater und Sohn – zusammenlaufen. Auch die meisten Reinigungskräfte sind serbischer Herkunft, wie die Finanzpolizei mitteilte.

Die Betrugsmasche, bei  der verschiedene Identitäten für Beschäftigte eingesetzt werden, ist für Österreichs Finanzbehörden jedenfalls neu. Umso größer ist die Freude bei Finanzpolizei und Finanzministerium, dass mit der konzertierten Aktion in Wien und Niederösterreich Sozialbetrug und Schattenwirtschaft in größerem Ausmaß beendet werden konnte.