Lufthansa setzt erstmals Biosprit regulär ein. Die Lufthansa setzt erstmals Biokraftstoffe im regulären Flugbetrieb ein. Der Airbus A321 hob am Freitag in Hamburg mit dem Ziel Frankfurt ab. In den nächsten sechs Monaten soll auf dieser Strecke regelmäßig der alternative Treibstoff getestet werden.

Erstellt am 15. Juli 2011 (12:35)

In einem Triebwerk werde ein etwa 50-prozentiges Gemisch aus bio-synthetischem Kerosin zusammen mit herkömmlichem Kraftstoff eingesetzt.

Die Lufthansa ist damit nach eigenen Angaben weltweit die erste Airline, die im kommerziellen Betrieb einen solchen Langzeittest vornimmt. Zwischen Frankfurt und Hamburg soll in der sechsmonatigen Testphase ab sofort viermal täglich ein Airbus A321 fliegen, bei dem ein Triebwerk mit einer Mischung aus herkömmlichem und Bio-Kerosin betrieben wird, wie die AUA-Mutter Lufthansa in Frankfurt mitteilte. In dieser Zeit soll die Maschine insgesamt 1.500 Tonnen weniger Kohlendioxid ausstoßen als im Flugbetrieb mit herkömmlichem Treibstoff. Lufthansa will zudem testen, wie sich der Biotreibstoff auf Wartung und Lebensdauer von Triebwerken auswirkt.

Den Biotreibstoff stellt eine finnische Firma auf Basis reiner Biomasse her, wie Lufthansa mitteilte. Dabei werde auf ein nachhaltiges Liefer- und Herstellverfahren geachtet. Dafür ist der Biosprit nach Angaben der Fluggesellschaft drei- bis fünfmal teurer als herkömmliches Kerosin. Lufthansa beziffert die Gesamtkosten des Versuchs auf 6,6 Mio. Euro. Das Projekt wird von der deutschen Regierung mit 2,5 Mio. Euro unterstützt.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte, der Einsatz von Biosprit mache Fliegen nicht automatisch umweltfreundlich. Dies sei eine "ökologische Mogelpackung", erklärte BUND-Verkehrsexperte Werner Reh. "Ob mit oder ohne Biosprit - Kurzstreckenflüge sind immer klimaschädlich und vermeidbar."