Klimaneutrale Versorgung in Biogasanlage Margarethen am Moos

Erstellt am 30. März 2022 | 12:13
Lesezeit: 3 Min
Klimaneutrale Versorgung in Biogasanlage Margarethen am Moos
Foto: EVM
Die Biogasanlage EVM GmbH im niederösterreichischen Margarethen am Moos will zeigen, "wie klimaneutrale Gasversorgung made in Austria funktioniert".
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Sie läuft seit März 2019, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Malaschofsky am Mittwoch laut einer Aussendung. 300 Anlagen dieser Größe würden seinen Angaben zufolge "ausreichen, um alle Gashaushalte zu 100 Prozent mit klimaneutralem Biomethan zu versorgen".

Voraussetzung dafür wäre, dass die gesamte Biogasmenge in Form von Biomethan ins Gasnetz eingespeist würde, so Malaschofsky. Die entsprechenden Anreize fehlten derzeit allerdings noch. Biomethan sei eine Alternative zu importiertem fossilen Gas. Die Anlage in Margarethen am Moos verarbeite aktuell etwa 1.100 Normkubikmeter Rohbiogas pro Stunde.

50% des Bedarfs könnten heimisch gedeckt werden

Experten der Johann-Kepler-Universität Linz, der Montanuniversität Leoben und Bioenergy2020+ hätten errechnet, dass Österreich bis zu 50 Prozent des Gasbedarfs allein mit heimischem Biogas decken könnte, wie es in der Katastralgemeinde von Enzersdorf an der Fischa hergestellt wird.

"Zunächst sollte jetzt aber das riesige heimische Biogaspotenzial gehoben werden. Das schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Inland und vereint zudem Versorgungssicherheit und Klimaschutz", betonte Michael Mock, Geschäftsführer der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW). Voraussetzung für den Biogasausbau sei "ein gesetzlicher Rahmen in Form eines Grün-Gas-Gesetzes, das vergleichbar dem Ökostromgesetz ausgestaltet werden sollte und den Investoren und Betreibern Planungssicherheit gibt".

"Unser Biomethan ist physikalisch völlig ident mit Erdgas", betonte EVM-Betriebsleiter Michael Jungbauer. Das bedeute, dass sämtliche Gasendgeräte damit einwandfrei betrieben werden könnten - "vom Heizkessel zuhause, über das Erdgasauto, bis hin zur Industrieanlage".

Biogas aus Bio-Mist

In Österreichs größter Biogasanlage ist Bio-Mist drinnen, es würden nur agrarische Reststoffe wie Zwischenfrüchte, Maisstroh, Festmist oder Gemüsereste vergoren, aber keine Lebensmittel. so die EVM. "Zu uns kommt der Abfall, der nicht in den Handel geht. Wir nehmen nur reine Produkte und kein Fleisch", betonte Malaschofsky. Er wies zudem darauf hin, dass in Margarethen am Moos auch bereits mehrere Gas-Lkw tanken würden. Das Treibstoff-Geschäft habe großes Potenzial. "Biogas kann in der Mobilität am besten eingesetzt werden. Wir sind billiger als Diesel", sagt Malaschofsky. Jährlich könnten 3,328.800 Liter dieses Kraftstoffs mit Biomethan aus Margareten am Moos ersetzt werden.