Männer verdienen um 27 Prozent mehr als Frauen. In der österreichischen Privatwirtschaft verdienen unselbstständig beschäftigte Männer um 26,7 Prozent mehr als Frauen. Während der typische Bruttostundenlohn - Medianwert ohne Mehr- und Überstunden - für Männer im Jahr 2010 bei 13,99 Euro lag, verdienten Frauen 11,04 Euro pro Stunde, geht aus der aktuellen Verdienststrukturerhebung der Statistik Austria für das Jahr 2010 hervor.

Erstellt am 12. Juli 2012 (14:56)

Bei der letzten Erhebung für das Jahr 2006 lagen die Männer mit 12,57 Euro noch um 29,5 Prozent vor den Frauen, die auf 9,71 Euro kamen. Die Verdienstlücke verkleinerte sich also um 2,8 Prozentpunkte. Anders betrachtet verdienten Frauen um 21,1 Prozent weniger als Männer, die Lücke verkleinerte sich so gesehen um 1,6 Prozentpunkte. In den vier Jahren zwischen 2006 und 2010 sind die Bruttolöhne für Frauen um 13,7 Prozent, jene für Männer um 11,3 Prozent gestiegen.

Vor allem in den Altersgruppen ab 30 Jahren bleiben die Verdienste der Frauen deutlich hinter jenen der Männer zurück. Mit zunehmenden Alter steigen zwar generell die Verdienste, bei Frauen allerdings nicht so stark wie bei Männern.

"Endlich ein kleiner Silberstreifen am Horizont", so Frauenministerin Heinisch-Hosek in Reaktion auf die aktuellen Daten. Es zeige sich, dass die unterschiedlichen Maßnahmen für mehr Transparenz bei den Einkommen wirkten. Allerdings sei eine Einkommensschere mit 26,7 Prozent nach wie vor viel zu groß. "Nicht einmal drei Prozent Verringerung in vier Jahren ist nicht die Dimension, die ich mir vorstelle. Hier sollten wir einen Gang zulegen", meinte Heinisch-Hosek.

Nur auf freiwillige Frauenförderpläne zu setzen, reiche nicht, so die Frauensprecherin der Grünen, Judith Schwentner. Sie fordert ein Ende der Einkommensdiskriminierung.

AK-Präsident Tumpel fordert ein Maßnahmenbündel, damit die Lohnschere zusammengeht. Dazu gehöre der Ausbau qualitativ hochwertiger Betreuungsplätze, die Förderung der Väterbeteiligung bei der Kinderbetreuung durch Einführung eines Papamonats, gleiche Zugangschancen für Frauen und Männer zu den verschiedenen Berufen und gleiche Karrierechancen.