EVN will trotz Verlusts Dividende zahlen. Trotz des für heuer erwarteten Konzernverlusts von fast 300 Mio. Euro will der niederösterreichische Versorger den Aktionären auch für 2013/14 (per 30. September) erneut eine Dividende von 42 Cent je Aktie zahlen.

Von Redaktion APA. Erstellt am 16. Oktober 2014 (12:59)
NOEN, EVN
Das werde man der Hauptversammlung am 15. Jänner vorschlagen, sagte Konzernchef Peter Layr am Donnerstag auf der Gewinn-Messe in Wien.

Das sei möglich, da die heuer im ausländischen Geschäft nötigen Konsolidierungsmaßnahmen - diverse großteils nicht Cash-wirksame Abschreibungen bzw. Wertberichtigungen - für den Cashflow neutral seien und daher die finanzielle Stabilität nicht beeinträchtigt werde. Zudem könne man heuer die Nettoverschuldung zurückfahren. Das Gesamtergebnis werde 2013/14 aber negativ sein.

Keine Entspannung in Ukraine-Russland-Krise

Anfang September schreckte die . Versorger die Anleger mit einer erneuten Gewinnwarnung auf. Dieser zufolge droht im Gesamtjahr 2013/14 ein Konzernverlust von knapp 300 Mio. Euro. Als Grund nannte die EVN weitere Wertberichtigungen in Höhe von 295 Mio. Euro, wovon allein 190 Mio. Euro im wesentlichen auf das Projekt einer Müllverbrennungsanlage in Moskau entfallen.

Schon Anfang Juli warnte die EVN wegen 261 Mio. Euro Abschreibungen infolge von Strompreisänderungen in Bulgarien und Mazedonien. Die bulgarische Strommarkt-Krise habe zwei Gründe, so Layr heute: Erst habe man die EU-Erneuerbaren-Ziele übernommen und dann noch den Fehler gemacht, das deutsche EEG-Modell zu kopieren, jedoch für eine Bevölkerung, die das nicht zahlen könne.

"Spannender Winter kommt"

80 Prozent des EVN-EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, Anm.) stammten aus dem regulierten Geschäft, sagte Layr am Donnerstag. Derzeit, in schwierigeren Zeiten, sei das "eine große Versicherung", wenn auch in guten Zeiten eine Bremse.

Die Erdgas-Situation sieht der EVN-Chef angesichts der Ukraine-Russland-Krise "nach wie vor nicht entspannt - man redet nur nicht drüber". Es komme noch immer dann und wann zu Lieferkürzungen bei Gas aus Russland, "wir erwarten einen spannenden Winter". Man sei gut beraten, sich von EVU mit Gas versorgen zu lassen, die sich rechtzeitig Reserven gesichert hätten.

Die EVN selbst habe eine klare Gas-Strategie und setze bei der Förderung und Speicherung auf die Rohöl Aufsuchungs-AG (RAG), an der man knapp über 50 Prozent hält, so Layr. Auch die Gas-Großhandelsgesellschaft EconGas, eine OMV-Tochter, bei der die EVN und andere Landes-EVU mit an Bord sind, sei "eine gute Idee" gewesen, momentan werde dort versucht eine Strategie zu finden, die EconGas alt oder EconGas neu sein könne.