Mehr Jugendliche machen eine Lehre. Seit 2015 steigt die Zahl der Lehranfänger in Niederösterreich. Zwischen 2017 und 2018 gab es ein Plus von 5,9 Prozent.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 25. Januar 2019 (11:45)
Von Zolnierek, Shutterstock.com
Symbolbild

Im Jahr 2018 absolvierten über 16.150 junge Menschen in Niederösterreich eine Lehrausbildung – um 2,1 Prozent mehr als 2017. Und auch die Zahl der Lehranfänger steigt kontinuierlich – haben 2015 noch 4.040 Personen eine Lehre begonnen, waren es 2018 schon 4.650 – ein Plus von 15,1 Prozent. Rechnet man die überbetrieblichen Ausbildungen noch hinzu, sind aktuell rund 5.230 Personen in Niederösterreich im ersten Lehrjahr.

Begabungskompass hilft bei Berufssuche

Wirtschaftskammer (WK) NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl führt diesen Anstieg unter anderem darauf zurück, dass die Initiativen der WKNÖ zu greifen beginnen, die die Attraktivität der Lehre steigern und den Jugendlichen die breite Berufspalette näher bringen sollen. Seit fünf Jahren gibt es in Niederösterreich etwa flächendeckend den Begabungskompass, bei dem einen Tag lang theoretisch und praktisch Talente von Jugendlichen in der dritten Unterstufe getestet werden – pro Jahr sind das 13.000 getestete Jugendliche.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Jugendlichen sich nach dem Begabungskompass mehr mit den Angeboten auseinandersetzen und sie auch an Selbstbewusstsein gewinnen“, erklärt Zwazl. Auch Initiativen wie „Let’s Walz“, bei der zusammen mit der Arbeiterkammer NÖ seit zwei Jahren Jugendliche in Lehrausbildung für vier Wochen ins Ausland geschickt werden, um ein Praktikum zu absolvieren, oder der Masterlehrgang Berufsorientierung hätten zu dieser Entwicklung beigetragen.

Betriebe suchen nach wie vor Lehrlinge

Grundsätzlich sei Zwazl dagegen, aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus Jugendlichen Empfehlungen zu geben, welchen Lehrberuf sie ergreifen sollen. „Wir haben jetzt sehr wenige Friseurlehrlinge, weil den jungen Menschen oft gesagt wurde, machts keine Friseurlehre. Ich habe immer gesagt: Bitte keine Diskriminierungen. Wenn ich wo gut bin, dann schaffe ich es auch.“

Obwohl die Zahl der Lehranfänger und damit auch die Zahl der in Lehrausbildung stehenden Jugendlichen gewachsen ist, würden noch immer „alle Betriebe, die ich besuche“ nach Lehrlingen suchen – quer über alle Branchen hinweg.