Mehr Kurzarbeit 2013?. Novelle / Per Jahresbeginn tritt eine Gesetzesnovelle zur Kurzarbeit in Kraft. Aktuell arbeiten sechs Betriebe in NÖ kurz. Im kommenden Jahr könnten es konjunkturbedingt mehr werden.

Erstellt am 09. Dezember 2012 (17:37)
Von Anita Kiefer

Am Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 und 2010 waren bundesweit rund 60.000 Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen. Aktuell sind es laut Auskunft der Wirtschaftskammer österreichweit 1.800 in 26 Betrieben. Diese Zahl könnte sich im kommenden Jahr erhöhen.

Per 1. 1. 2013 tritt eine Gesetzesnovelle zur Kurzarbeit in Kraft. Die wesentlichste Änderung: Der Staat übernimmt den Arbeitgeberanteil für die Sozialversicherung nicht erst ab dem siebenten Monat, sondern ab dem fünften Monat. Noch offen ist, ob die Novelle auch für Unternehmen gelten wird, die bereits Kurzarbeit einsetzen. WK und Industriellenvereinigung (IV) begrüßen die Novelle, wünschen sind aber generell flexiblere Arbeitszeitenmodelle für die heimischen Unternehmen.

Sechs Betriebe und 686 Mitarbeiter sind laut Auskunft des AMS aktuell in NÖ von Kurzarbeit betroffen. Bekanntestes Beispiel ist die Textilkette Triumph mit Sitz in Wr. Neustadt.

Betriebe informieren 

„Kurzarbeit ist aktuell noch kein starkes Thema in Niederösterreich. Was wir wahrnehmen, ist eine stärkere Nachfrage nach Kurzarbeitsberatung“, erklärt AMS-NÖ-Chef Karl Fakler. Auch die WKNÖ hält es für möglich, dass Kurzarbeit 2013 verstärkt eingesetzt werden könnte. „Aktuell gibt es laut Wifo eher wieder positive Rückmeldungen seitens der Unternehmen hinsichtlich der zu erwartenden Auftragslage. Für die exportierende Wirtschaft ist jedoch der europäische Trend ausschlaggebend und dadurch können Maßnahmen wie die Kurzarbeit erforderlich werden“, heißt es von der WKNÖ. „Unsere Unternehmer wollen ihre Mitarbeiter jedenfalls auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten so gut es geht halten“, begründet WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl den Einsatz von Kurzarbeit.

Auch bei der IV blickt man vorsichtig ins Jahr 2013. „Die konjunkturellen Aussichten für die nächste Zeit sind schwierig“, erklärt der Bereichsleiter Arbeit und Soziales Helwig Aubauer.

Im November waren mit 53.161 Personen um 6,1 Prozent mehr auf Jobsuche in NÖ als noch 2011. „Die österreichische Wirtschaft befindet sich in einer Abschwungphase. Das Angebot an Arbeitskräften ist höher als die Nachfrage“, weiß Fakler. Er rechnet 2013 mit einem Plus beim Beschäftigungsangebot von rund 4.000 Personen. Hand in Hand damit würde allerdings die steigende Arbeitslosigkeit gehen, so Fakler. Aktuell ist in NÖ die geschätzte Arbeitslosenquote mit 6,7 Prozent deutlich unter dem Bundesschnitt von 7,2 Prozent, heißt es vom AMS NÖ.