EVN mobilisierte über 200.000 Kunden zum Tarifumstieg

Erstellt am 02. Juni 2023 | 13:20
Lesezeit: 3 Min
EVN Postzentren
Aktuell landen jeden Tag mehrere Tausend Antwortkarten im Postzentrum der EVN.
Foto: EVN Matejschek
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Über 200.000 gekündigte „Optima Klassik“-Kunden haben bisher das Alternativangebot des Landesversorgers angenommen, berichtet die EVN am Freitag und rät, sich rasch zu entscheiden. Aufgrund Rechtsunsicherheiten bei diesen Tarifen und der indexbasierten Preiserhöhungen entschied sich die EVN die Verträge aufzukündigen.

Mehrere Tausend Antwortkarten landen tagtäglich im Postzentrum der EVN. Bislang haben über 200.000 vormals „Optima Klassik“-Kunden des Energieversorgers den Alternativtarif mit einjähriger Preisgarantie – und Bindung – angenommen. „​​​​​​In den letzten acht Wochen waren wir in 469 Gemeinden in Niederösterreich unterwegs“, heißt es von EVN-Sprecher Stefan Zach in einer Aussendung. Alleine im Rahmen dieser Tour sei es zu über 22.000 Kundengesprächen und mehr als 10.000 Vertragsumstellungen gekommen.

„Uns ist es wichtig, niemanden im Regen stehen zu lassen. Wir möchten möglichst viele Menschen erreichen. Vor allem ältere Menschen, aber auch Menschen mit sprachlichen Barrieren bevorzugen häufig den persönlichen Kontakt gegenüber dem Online-Angebot“, sagt Zach.

Lieber bald entscheiden

Die EVN empfiehlt jedenfalls angesichts der Preisentwicklung Richtung Winter und der Gefahr eines vertraglosen Zustands (Stichwort: Abschaltung), mit der Entscheidung nicht mehr zuzuwarten und sich rasch zu entschließen.

EVN Infotour
Die EVN besuchte mit ihrer Info- und "Umstiegstour" in den letzten acht Wochen über 460 Gemeinden.
Foto: EVNMATEJSCHEK

Gerichtsentscheidungen als Grund für Kündigungen

In den letzten Jahren kam die EVN mehreren Gerichtsentscheidungen nach, bei Preisänderungen ihrer „Optima Klassik“-Tarife transparent und symmetrisch vorzugehen, wodurch sie an den Österreichischen Strom- und Gaspreisindizes (ÖSPI & ÖGPI) gekoppelt werden. Je nach Entwicklung dieser Indizes seien die Tarife zweimal pro Jahr nach oben oder unten angepasst worden. „Diese Anpassungsmechanismen sind bei den aktuellen Verwerfungen auf den Energiemärkten schwierig, daher wollen wir nun die Partnerschaft mit unseren Kundinnen und Kunden erneuern”, so Zach.

Um ihre Kundinnen und Kunden vor einer indexbasierten Preiserhöhung zu schützen und um gleichzeitig Rechtssicherheit zu gewinnen, sei die EVN im März einen schwierigen Weg gegangen und ließ die Verträge von rund 270.000 Haushalten im Strom- und Gasbereich auslaufen, erklärt der EVN-Sprecher. Hand in Hand erfolgte ein neues, attraktives Angebot, das bereits mehr als 200.000 Kundinnen und Kunden angenommen haben.

: EVN Vertriebschefin Marion Medlitsch und EVN Sprecher Stefan Zach freuen sich über die tägliche Post
EVN-Vertriebschefin Marion Medlitsch und EVN-Sprecher Stefan Zach mit Tausenden Antwortkarten von vormals "Klassik"- Endkunden.
Foto: EVNMATEJSCHEK

Billiganbieter sind wieder da

Die Zahl der Billiganbieter am Markt steigt nach den Höchstpreisen bei Energie im Herbst 2022 wieder rasant an. Im März 2020 wies der Tarifkalkulator der E-Control noch 171 Strom-Angebote und 144 Gas-Angebote von insgesamt 62 Anbietern aus. In der darauffolgenden Krise zogen zahlreiche Anbieter ihre Angebote zurück. Zwischenzeitlich waren nur noch zwölf Anbieter am Markt.

Viele dieser Anbieter beziehen ihre Kontingente auf den sogenannten Spot-Märkten: eine Strategie, die Preisvorteile verschaffen kann, entpuppte sich in der Krise als große Herausforderung, der viele Unternehmen nicht gewachsen waren. Extreme Preissteigerungen, vorzeitige Kündigungen und Ähnliches waren die Folge.

Die EVN setzte hingegen auf eine langfristig orientierte Einkaufspolitik für ihre Kundinnen und Kunden, die durchgehend faire Preise ermöglicht, sagt Zach. Rund 40.000 Kundinnen und Kunden seien letzten Winter in den sicheren Hafen der EVN zurückgewechselt, erzählt der EVN-Sprecher.