Debit- statt Bankomatkarte. Bankomatkartenbesitzer erhalten derzeit eine neue Karte, die so genannte Debitkarte. Sie ist eine Mischung aus Kredit- und Bankomatkarte. Oder, wenn man will, eine Bankomatkarte mit erweiterter Funktion: Man kann damit auch Onlinezahlungen tätigen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 19. August 2019 (14:52)
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Das englische Wirt „Debit“ bedeutet „Lastschrift“ oder „Soll“. Umgelegt auf Debitkarten bedeutet das,  dass bei dieser Karte der Zahlungsbetrag sofort vom Konto abgebucht wird. Eine Bankomatkarte ist also eigentlich schon immer eine Debitkarte. Der Begriff hierzulande aber nicht duchgesetzt - bisher. 

Kunden können die neue Debitkarte genauso verwenden wie bisher: am Bankomat Geld abheben, kontaktlos im Supermarkt bezahlen, die Selbstbedienungsgeräte-Geräte im Foyer der Bank nutzen. PIN, Kartenlimit und Konto-Konditionen ändern sich nicht. 

Zahlen im Internet

Neu ist, dass die Debitkarte wie eine Kreditkarte im Internet benutzt werden kann. Die 16-stellige Kreditkartennummer steht nun wie auch das Gültigkeitsdatum auf der Vorderseite. Die oft bei Onlinezahlungen verlangte dreistellige Prüfnummer (Card Validation Code, CVC) befindet sich auf der Rückseite rechts neben dem Unterschriftfeld. 

Auch Hotelbuchungen und Mietwagen-Reservierungen können mit der neuen Debitkarte veranlasst werden. Die Summe wird auf dem Konto reserviert (Achtung: Der reservierte Betrag reduziert das verfügbare Tageslimit am Konto), erst bei der Zahlung wird der Betrag vom Konto abgebucht.

IBAN und BIC – also Kontonummer und Bankleitzahl - finden sich auf der Rückseite der Debitkarte. Dort ist auch die Verfügernummer für das Onlinebanking aufgedruckt.

Unterschied bei der Abbuchung

Anders als bei der Kreditkarte werden bei der Debitkarte die Beträge sofort vom Girokonto abgebucht und nicht erst nach ein paar Wochen. Und auch ein Versicherungsschutz ist bei der Debitkarte nicht dabei.

Nicht nur im Internet, auch auf Reisen in Nicht-EU-Länder kann die neue Karte Vorteile bringen. Denn überall, wo die Kreditkarte akzeptiert wird, kann nun auch die Debitkarte verwendet werden.

Bezahlt man in der jeweiligen Landeswährung (was durchaus zu empfehlen ist, da bei der Zahlung in Euro meist ein sehr schlechter Kurs verrechnet wird) fallen allerdings - wie bei einer Kreditkarte auch - Gebühren an. Diese liegen etwa bei der neuen Debitkarte der Erste Bank bei einem Fixanteil von 1,09 Euro plus 0,75 Prozent des Umsatzes. Zum Vergleich: Bei einer Kreditkarte verrechnet die Erste Bank 1,5 Prozent des Umsatzes als Fremdwährungsspesen. Bei Summen über 150 Euro sind Konsumenten mit der Debitkarte besser dran, darunter ist die Kreditkarte etwas billiger.

Karte gut aufbewahren und Konto beobachen

Die breiteren Einsatzmöglichkeiten machen die Karte aber auch für Kriminelle interessanter, warnt Bernd Lausecker, zuständig für Finanzdienstleitungen beim Verein für Konsumenteninformation (VKI).

„Es reicht die Kartennummer der Debitkarte, um online einzukaufen. Deswegen sollte diese Kartennummer immer sensibel behandelt werden“, so Lausecker. Zudem rät er Debitkarten-Besitzern die Bewegungen auf ihrem Girokonto genau zu beobachten, um zu schauen, ob es eventuell zu einer missbräuchlichen Verwendung der Karte gekommen ist oder ob zu Unrecht Gebühren verrechnet wurden.

Quelle: ORF Help