Neue Vorwürfe gegen Grasser - Anwalt dementiert. Ex-Finanzministe Grasser gerät durch eine vom "Kurier" veröffentlichte Aktennotiz unter Korruptionsverdacht. Demnach wurde bei einer Durchsuchung beim Baukonzern Porr ein Aktenvermerk gefunden, wonach beim Linzer Terminal Tower der Verdacht auf eine überteuerte Einmiete der Finanzbehörden gegen Schmiergeld bestehe. Grassers Anwalt Manfred Ainedter dementierte den Bericht.

Erstellt am 13. November 2011 (18:30)

Ex-Finanzministe Grasser gerät durch eine vom "Kurier" veröffentlichte Aktennotiz unter Korruptionsverdacht. Demnach wurde bei einer Durchsuchung beim Baukonzern Porr ein Aktenvermerk gefunden, wonach beim Linzer Terminal Tower der Verdacht auf eine überteuerte Einmiete der Finanzbehörden gegen Schmiergeld bestehe. Grassers Anwalt Manfred Ainedter dementierte den Bericht.

Porr hat den Terminal Tower in einem Konsortium mit der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich und Raiffeisen Leasing errichtet. Nach bisherigen Berichten soll es für eine 200.000 Euro-Zahlung der Porr keine Gegenleistung gegeben haben, die über die zypriotische Briefkastenfirma Astropolis von Peter Hochegger und Walter Meischberger an drei Konten in Liechtenstein geflossen sein. Eines davon könnte Grasser gehören, vermuten die Ermittler laut dem "Kurier"-Bericht. Die Zahlung wurde im Dezember 2005 vereinbart, floss aber laut Rechnung erst im Februar 2007.

Der "Kurier" berichtet nun von einem Aktenvermerk, der bei einer Hausdurchsuchung im Porr-Konzern gefunden wurde. Darin ist die Rede von zwei Mietvarianten, einer billigeren und einer teureren, verbunden mit einer einmaligen Zahlung "an die Finanz" oder zu nennende Dritte. Die Rede ist hier allerdings von 700.000 Euro. Zudem gibt es Bericht zufolge auch eine belastende Zeugenaussagen des damaligen Porr-Vorstandes und späteren ÖBB-Chefs Martin Huber und des Chefverhandlers des Finanzministeriums für den Terminal Tower. Klar ist jedenfalls, dass das Finanzministerium im Jahr 2006 16.000 Quadratmeter im Terminal Tower für den höheren Mietpreis der zwei Varianten, nämlich für 9,90 Euro pro Quadratmeter, anmietete.

An dem "Kurier"-Bericht sei überhaupt nichts dran, sagte Grasser-Anwalt Ainedter gegenüber der APA. Grasser sei von den Ermittlern zu dem Thema nur einmal vor etwa einem Jahr befragt worden. Sein Mandant habe alle Konten offengelegt und nie irgendein Bestechungsgeld bekommen, betont der Anwalt. Das Finanzministerium habe einen günstigeren Mietpreis im Tower Terminal als etwa die dort ebenfalls eingemietete Pensionsversicherungsanstalt.

Ainedter dementierte zudem auch einen aktuellen "profil"-Bericht, demzufolge "eine Studienkollegin und sehr gute Bekannte" von Grasser als Beamtin beim Finanzamt Wien 1/23 eine Betriebsprüfung bei Grassers Ehefrau Fiona Pacifico Grissini-Grasser abgesagt habe. Laut Ainedter war die mittlerweile suspendierte Frau zwar Grassers Studienkollegin, aber er habe sich nicht mehr daran erinnert. Außerdem habe er sie als Minister bei einer Beförderung übergangen.