Neuer Verkehrsdienstevertrag für NÖ unterzeichnet. Das Land Niederösterreich, der Bund und die ÖBB haben am Montag in St. Pölten einen neuen Verkehrsdienstevertrag unterzeichnet. Landeshauptmann Erwin Pröll (V) kündigte diesbezüglich bessere Angebote für die Pendler an - qualitativ wie quantitativ.

Erstellt am 05. März 2012 (13:36)
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ÖBB: Weniger Passagiere wegen mehr Bauarbeiten.WODICKA
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Das Land werde "mehr Geld in die Hand" nehmen und künftig 27 statt wie bisher 18 Mio. Euro pro Jahr beisteuern. Das bestehende Angebot bleibe bis 2019 erhalten bzw. werde ausgebaut, betonte ÖBB-Chef Christian Kern.

Der neue Verkehrsdienstevertrag werde u.a. schnellere Pendlerverbindungen auf der neuen und Taktverdichtungen auf der alten Westbahnstrecke bringen, so Pröll. Zum ersten Mal überhaupt sei - "nach Schweizer Muster" - auch die Pünktlichkeit geregelt, die bei 95 Prozent liegen müsse. Andernfalls seien Abzüge vorgesehen. Ebenfalls geregelt seien u.a. Sauberkeit und Schadensfreiheit von Garnituren. Von den 24,5 Millionen Zugkilometern in Niederösterreich seien 23,1 Millionen durch den Bund und 1,4 Millionen durch das Land bestellt worden.

Noch mehr Bahnfahrer unter den Pendlern seien ein Ziel, sagte Verkehrsministerin Doris Bures (S). Sie erinnerte dabei daran, dass allein nach Wien täglich 180.000 Niederösterreicher unterwegs seien. Mit der Eröffnung des Lainzer Tunnels werde sich die Fahrzeit von bzw. nach St. Pölten auf 25 Minuten verkürzen, so Bures weiter. Ab 2014 werden es auch von der Landeshauptstadt zum Flughafen Wien in Schwechat nur mehr 45 Minuten sein - derzeit sei es noch eine ganze Stunde mehr.

Kern bezeichnete den neuen Vertrag als "Geschäftsabschluss mit einem unserer größten Kunden". Ab Dezember werde es auf der Westbahnstrecke 42 zusätzliche Züge geben.

Landesrat Karl Wilfing (V) stellte die Attraktivierung des öffentlichen Nahverkehrs in den Vordergrund. Mit Frühjahr 2014 würden daher in Niederösterreich 35 neue Nahverkehrszüge unterwegs sein.