Kennzahl gegen Betrug . Alle Unternehmen, die Wertpapiergeschäfte durchführen wollen, brauchen dazu ab 2018 eine sogenannte LEI-Nummer. Gültig ist diese Regelung auf der ganzen Welt.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 05. September 2017 (02:14)
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Angelika Sommer-Hemetsberger, Vorstandsmitglied der OeKB.Page Seven

Die weltweit eindeutige Identifikation von Teilnehmern am Finanzmarkt – und somit Betrugsbekämpfung. Das ist der Zweck der 20-stelligen Legal Entity Identifier-Nummer (kurz LEI), die ab Jänner 2018 weltweit alle im Firmenbuch eingetragenen Unternehmen brauchen, die Wertpapiergeschäfte durchführen wollen. Banken haben ab 2018 die Verpflichtung, Wertpapiertransaktionen von LEI-fähigen Unternehmen an die Finanzmarktaufsicht zu melden.

Damit erweitert sich der Anwendungsbereich des LEI, der bereits seit 2012 vergeben wird. Bisher wurde er vor allem für die Abwicklung derivativer Geschäfte (also von Geschäften mit Finanzprodukten, deren Preis und Entwicklung vom Preis eines anderen Finanzprodukts abhängen) benötigt. Zuständig für die Vergabe der LEI-Nummern ist in Österreich der Servicepartner der Österreichischen Kontrollbank (OeKB), WM Datenservice. „Die Beantragung ist rasch erledigt. Online werden ein Benutzerkonto angelegt und der Antrag gestellt. Nach Prüfung aller Daten wird dann die LEI-Nummer übermittelt“, erklärt Angelika Sommer-Hemetsberger, Vorstandsmitglied der OeKB.

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Angelika Sommer-Hemetsberger, Vorstandsmitglied der OeKB.
 

Betroffen sind von der LEI-Nummer in erster Linie juristische Personen. Für Wertpapiergeschäfte brauchen alle Entitäten, die meldepflichtige Transaktionen durchführen, einen LEI – also auch protokollierte Einzelunternehmer, Vereine oder Ordensgemeinschaften. Was genau unter den Begriff „Entitäten“ falle, da feile die Finanzmarktaufsicht noch an der genauen Definition, so Sommer-Hemetsberger.

Für die LEI-Beantragung müssen 100 Euro bezahlt werden. In jedem Folgejahr sind weitere 80 Euro fällig. „Damit wird die Qualitätskontrolle garantiert. Ob korrekter Unternehmensname, unveränderter juristischer Sitz oder ob eine Gesellschaft noch immer einer Muttergesellschaft untersteht, all dies wird jährlich sorgfältig geprüft“, sagt Sommer-Hemetsberger.

Die Sparte Banken und Versicherungen in der Wirtschaftskammer NÖ informiere ihre Mitglieder, also die Banken, von den Neuerungen ab 2018, so Christian Haydn von der WKNÖ dazu. Die Banken würden ihre Kunden, die vom LEI betroffen sind, daraufhin kontaktieren.