Hirtenberger nennt sich in Orasis Industries Holding um

Die Hirtenberger-Gruppe hat sich mit einem umfassenden Re-Branding von der Traditionsmarke getrennt und in Orasis Industries Holding GmbH unbenannt. Die Division Pyrotechnik mit den Geschäftsbereichen Automotive, Pyrotechnic Solutions und Metal Processing tritt ab sofort unter Astotec auf.

Erstellt am 04. Oktober 2021 | 11:11

Es werde ein "neues Kapitel" aufgeschlagen, sagte CEO Manfred Pock am Montag in einem Pressegespräch. Ein "Neustart für die alte Hirtenberger" stehe an.

Das Unternehmen wolle sich darauf konzentrieren, "Menschenleben zu retten, nicht zu gefährden". Automotive sei der größte Geschäftsbereich bei Astotec, führte der CEO aus. An Neuerungen nannte er Sicherheitskomponenten für E-Autos, zu denen die Batterietrennung vom Rest des Fahrzeuges bei Unfällen und pyrotechnische Kurzschließer zählten.

Corona habe auch die frühere Hirtenberger nicht verschont, betonte Pock. Dennoch seien die Mitarbeiter gehalten worden. Das schwierige Pandemie-Jahr 2020 sei mittlerweile überwunden. Die Umsätze 2021 sollen auf Vorkrisen-Niveau bei jedenfalls über 160 Mio. Euro liegen. Die Nachfrage sei wieder stark gestiegen, sagte der Firmenchef. An Kunden nannte er Porsche, VW, BMW, Daimler und Tesla.

Die gesamte Orasis-Gruppe hat den Angaben vom Montag zufolge im Krisenjahr 2020 mit rund 2.200 Beschäftigten 261 Mio. Euro Umsatz erzielt. Etwa die Hälfte entfalle auf Astotec mit Produktionsstandorten in Österreich (Hirtenberg und Winzendorf), Ungarn (Papa) und Tschechien (Brankovice) sowie einem Vertriebsstandort in den USA (Auburn Hills). Von den 1.700 Mitarbeitern seien 420 in Hirtenberg und 130 in Winzendorf beschäftigt. Alle Standorte würden kontinuierlich ausgebaut.

Pock erinnerte auch daran, dass Hirtenberger für Munitions- und Waffenproduktion bekannt und in der Kommunikation sehr zurückhaltend gewesen sei. Auch Letzteres soll sich nun ändern. "Wir haben viel zu sagen", kündigte der CEO an.

Mit der Umstrukturierung der Hirtenberger-Gruppe war vor etwa vier Jahren begonnen worden. Im Herbst 2019 wurde die Defence-Sparte verkauft und von einem ungarischen Unternehmen im Staatseigentum übernommen.