Das kann und bringt 5G. Definition, Ausbaupläne, Vorteile und Kritik am Mobilfunknetz der fünften Generation im Überblick.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 17. September 2019 (02:20)
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5G reduziert die Übertragungsdauer eines durchschnittlichen Filmes von aktuell 15 Minuten auf 60 Sekunden.

Einige Mobilfunkanbieter sind sektoral bereits mit einem 5G-Netz gestartet, am flächendeckenden Ausbau wird gearbeitet. Bis 2025 soll eine flächendeckende Versorgung in ganz Österreich gewährleistet sein.

Definition:

5G ist das Mobilfunksystem der Zukunft. Es soll schneller und effizienter sein als seine Vorgänger LTE (bzw. 4G) und 3G. Für den Ausbau werden laut Informationen des Forums Mobilkommunikation bis auf Ausnahmefälle bestehende Mobilfunksendeanlagen umgebaut, also mit 5G-Antennen nachgerüstet. Anfang des Jahres wurden die ersten 5G-Frequenzen im Bereich 3,4 bis 3,8 Gigahertz an Mobilfunkanbieter versteigert. 2020 soll der Frequenzbereich rund um 700 Megahertz folgen.

Vorteile:

Das 5G-Netz wird deutlich leistungsstärker sein als der aktuelle Mobilfunkstandard LTE. Ein Beispiel: Einen durchschnittlichen HD-Film mit einer Länge von einer Stunde dreißig hat sieben bis acht Gigabyte. Der Download eines solchen Films dauert im aktuellen LTE-Netz knapp 15 Minuten, mit 5G wird das in knapp 60 Sekunden möglich sein. Außerdem gibt es extrem kurze Latenz- (also Verzögerungs-)zeiten, wichtig für etwa die Kommunikation von selbstfahrenden Autos untereinander.

Geplanter Ausbau:

Der Mobilfunkanbieter Spusu hat Frequenzen für NÖ und das Burgenland im Bereich von 30 Megahertz ersteigert. Erste interne 5G-Tests gibt es bereits, die Frequenzen können aber erst ab 1. Jänner 2020 genutzt werden. Von Wolkersdorf im Weinviertel aus, wo auch das Spusu Service Center steht, soll das 5G-Netz in NÖ ausgebaut werden. Spusu will sich dabei auf entlegene Regionen konzentrieren, die bis dato noch kaum mit 3G oder LTE versorgt sind. Details dazu verrät Spusu-Experte Florian Parnigoni nicht. An der Preisgestaltung soll sich durch 5G nichts ändern.

Der Mobilfunkanbieter Drei baut in NÖ noch nicht an seinem 5G-Netz, wie ein Sprecher sagt. Man konzentriere sich zuerst auf den Ausbau in Linz – hier startete Drei sein 5G-Netz mit 20 Stationen im Juni. Mit Ende des Jahres wird Drei kommerziell mit 5G starten und dann Endgeräte, Tarife und Ausbaustand kommunizieren.

Bei Magenta gibt es in 17 Gemeinden Österreichs bereits 5G, drei davon (Hohenau an der March, Loosdorf im Bezirk Melk und Hochstraß im Bezirk Baden) in NÖ. Einige ausgewählte Kunden nutzen 5G hier bereits mit von Magenta zur Verfügung gestellten Routern. Details zum weiteren 5G-Ausbau will man nicht verraten. Die ersten 5G-Ready-Tarife gibt es bereits. Vorteil für Kunden laut Magenta: Wer jetzt so einen Tarif bezieht, hat unlimitiertes Datenvolumen und muss, sobald 5G aktiv ist, nicht mit Zusatzkosten rechnen. Magenta setzt beim Ausbau auf entlegenere Regionen, in Ballungsgebieten liegt der Fokus hier auf dem Ausbau von Glasfaser für das Festnetz.

A1 hat in Gmünd Anfang des Jahres für einige Wochen 5G mit einem eigenen Sender getestet. Anders als Magenta und Drei kann A1 wie spusu seine ersteigerten Frequenzen erst 2020 nutzen. Momentan sei man „auf der Suche nach Mobilfunkanlagen, die in der Lage sind, 5G-Antennen auszuhalten“. Für A1 mache es wenig Sinn, in entlegenen Regionen mit der Umrüstung auf 5G zu beginnen. Bis Ende des Jahres sollen jedenfalls entsprechende 5G-Tarife präsentiert werden. Details wollte A1 keine verraten.

Endgeräte:

Die ersten 5G-fähigen Mobiltelefone sind schon am Markt – etwa das Huawei Mate 20 5G. Preislich sind 5G-fähige Handys ähnlich angesiedelt wie High-End-Flagship-Geräte, die bisher LTE-fähig waren, so ein Sprecher von A1. Auf der internationalen Elektronikmesse IFA Berlin hat Samsung am Wochenende auch das Galaxy A90 5G präsentiert, das im mittleren Preissegment zu haben sein wird. Bisherige Mobiltelefone und Sim-Karten können vorläufig weiter verwendet werden.

Kritik:

Immer wieder formen sich Bürgerproteste gegen den 5G-Ausbau, in NÖ etwa zuletzt in Neulengbach. Es herrscht die Angst vor gesundheitlichen Auswirkungen bis hin zu Tumorbildung. Valide Untersuchungen dazu sind schwer zu finden. Anfang August hat das Parlament deswegen eine Studie in Auftrag gegeben, die Klarheit über gesundheitliche Risiken geben soll. Ergebnisse soll es bis Jänner 2020 geben.