OMV-Betriebsrat entgegnet Kritik. Betriebsratschef und Aufsichtsrat Martin Rossmann waren Vorstandsquerelen vor einem Jahr nicht bekannt.

Von Heinz Bidner. Erstellt am 20. Oktober 2014 (10:04)
M. Rossmann
NOEN, OMV

Beim börsennotierten heimischen Öl- und Gaskonzern OMV haben sich vergangene Woche die Ereignisse regelrecht überschlagen ( NÖN.at berichtete ). Nach den Turbulenzen im Management, wo es vor allem zwischen Vorstandschef Gerhard Roiss und Gas-Vorstand Hans-Peter Floren zu Zwistigkeiten gekommen sein soll, zog der Aufsichtsrat nun die Notbremse. Roiss muss vorzeitig per Ende Juni 2015 ausscheiden, mit Floren wird noch darüber verhandelt.

Von einigen Seiten kam vergangene Woche die Kritik, dass der Aufsichtsrat die Probleme im Vorstand gekannt hatte und vor einem Jahr trotzdem auch den Vertrag von Roiss verlängert habe. Nun werden millionenschwere Abfertigungen fällig.

Neue Strategie sorgt für gemischte Gefühle

Der Vorsitzende des OMV-Konzernbetriebsrates, Martin Rossmann, ist selbst Aufsichtsratsmitglied und weist die Kritik im NÖN-Gespräch zurück. „Ich weiß nicht, ob die Querelen bei der Vertragsverlängerung schon bekannt waren. Mir waren sie damals nicht bekannt, sondern sind es erst seit einigen Monaten – ich glaube, seit dem Frühjahr“, sagt Rossmann.

Die im Aufsichtsrat beschlossene strategische Entscheidung, die Gassparte aufzulösen und Raffinerien & Marketing-Vorstand Manfred Leitner zuzuordnen, sieht er mit gemischten Gefühlen. Er bedauert zwar die dann nicht mehr vorhandene Wertigkeit des Gasbereichs in Form eines eigenen Vorstandsbereichs. Es sei aber ein Kompromiss und Leitner kenne man ja.

Ob Leitner, sein ebenfalls verbliebener Vorstandskollege David Davies oder auch Jaap Huijskes, der seinen angesagten Rückzug überdenken könnte, Chancen auf den Chefposten haben, will Rossmann nicht kommentieren: „Ich werde mit meinen Kollegen im Aufsichtsrat Stellung nehmen, wenn eine Liste vorliegt.“