Landwirtschaft kämpft gegen die Trockenheit. Bewässerung wird immer wichtiger. Neues Kompetenzzentrum bietet Beratung.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 01. Juli 2020 (00:35)
Gerade beim Gemüse wurde künstliche Bewässerung in den vergangenen Jahren immer wichtiger. Ein Kompetenzzentrum soll dabei helfen.
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Hagel und Hochwasser machten vielen Niederösterreichern in den vergangenen Wochen zu schaffen. Insgesamt kann der Starkregen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es zunehmend ein Problem mit Trockenheit gibt, wie auch die wochenlange Dürreperiode vor den Unwettern vor Augen führte. Die Landwirtschaft wird dadurch vor neue Probleme gestellt. Immer mehr Betriebe benötigen künstliche Bewässerungssysteme, um Dürreschäden bei der Ernte vermeiden zu können.

Bisher sind 100.000 der rund 675.000 Hektar Ackerfläche in Niederösterreich mit verschiedenen Methoden bewässerbar. Genutzt wird der künstliche Regen vor allem bei Gemüse oder Wein. „Im Vorjahr musste sogar erstmals Getreide bewässert werden“, berichtet Landwirtschaftskammer-Präsident Johannes Schmuckenschlager. Zukünftig soll die bewässerbare Fläche größer werden.

60 weitere Projekte sind bereits bis 2023 geplant. Beispiele dafür sind etwa Zissersdorf in der Gemeinde Hausleiten (Bezirk Korneuburg), Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) oder Krems-Frechau. Dort werden neue Bewässerungssysteme errichtet, Pumpen erneuert oder bestehende Diesel-Aggregate gegen umweltschonendere Methoden getauscht. In diese 60 Projekte fließen von Bund, Land und EU 56 Millionen Euro.

„Das Kompetenzzentrum ist ein wichtiger Schritt“, sagt Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).
Bauernbund NÖ

Bei der Umsetzung solcher Vorhaben soll ein neues Bewässerungs-Kompetenzzentrum in Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf) helfen. Dort gibt es ab sofort Ansprechpartner für Betriebe, Gemeinden und Genossenschaften. Das Zentrum bietet die Prüfung der Realisierbarkeit von Projekten, hilft bei pflanzenbaulichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und berät in rechtlichen Angelegenheiten, sagt Leiter Wolfgang Neudorfer.

Im neuen Zentrum wird auch geforscht

Ein Schwerpunkt liegt zudem auf der Forschung: In Zusammenarbeit mit der BOKU, dem WIFO und der AGES sollen Bewässerungs- und Bewirtschaftungsmethoden erarbeitet werden. „Wir wollen die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln bewahren. Dafür ist das Kompetenzzentrum ein wichtiger Schritt“, meint Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).

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