Mikl-Leitner will heimischen Handel stärken. Zum Schutz vor "unfairen Wettbewerbsbedingungen" im Internet und um die grassierende Ausdünnung von Ortszentren zu stoppen, will Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) den Handel im Bundesland stärken. Ein Konzept dafür wurde am Mittwoch im Rahmen einer Parteiklausur angekündigt. Weitere Vorhaben sind der Ausbau der Kinderbetreuung und der Kampf gegen Arbeitslosigkeit.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 08. Januar 2020 (13:19)
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Die Landeschefin verwies in Amstetten darauf, dass mittlerweile 60 Prozent der Ausgaben im Online-Handel ins Ausland fließen würden. "Die Folgen dieser Entwicklung bekommen vor allem die Händlerinnen und Händler in unseren Gemeinden zu spüren." Mit einem Konzept, das im Verbund mit Wirtschaftskammer und Handelsverband "in den nächsten Wochen" erarbeitet werde, solle gegengesteuert und die "digitale Fitness des niederösterreichischen Handels" gestärkt werden.

Ausgebaut werden soll in diesem Jahr das blau-gelbe Familienpaket. Das ursprüngliche Vorhaben, bis Ende 2020 insgesamt 100 neue Kleinkinderbetreuungsgruppen zu schaffen, werde bereits im Sommer erreicht, betonte Mikl-Leitner. "Das neue Ziel lautet, bis Ende 2022 nochmals bis zu 100 zusätzliche Kleinkinderbetreuungsgruppen einzurichten", gab die ÖVP-Politikerin als Marschrichtung vor.

Investitionen in Lehrlings- und Qualifizierungsoffensive

Ein Schwerpunktthema soll einmal mehr der Arbeitsmarkt darstellen. Gemeinsam mit dem AMS und dem Europäischen Sozialfonds werden weitere 77 Millionen Euro in die Lehrlings- und Qualifizierungsoffensive investiert, kündigte die Landeshauptfrau an. 2019 hätten 6.200 Jugendliche von der Lehrlingsoffensive profitiert, im Zuge der Qualifizierungsoffensive könnten 2020 "3.500 Personen gezielt für den Arbeitsmarkt vorbereitet werden", rechnete Mikl-Leitner vor.

In Sachen Gesundheitspolitik wurde auf die "E-Health-Strategie" verwiesen, die aktuell erarbeitet wird. Bringen soll sie unter anderem eine Möglichkeit zur Vernetzung von Patienten und Dienstleistenden im Gesundheitsbereich. Im Planungsstadium befindet sich laut der Landeshauptfrau außerdem ein Förderkonzept für den Radverkehr.