Wichtige Güter/Dienstleistungen: „Versorgung gesichert“. Niederösterreicher müssen nicht besorgt sein, dass Essen ausgeht, Häuser dunkel bleiben oder Internet zusammenbricht, sagen die Branchen-Vertreter.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 24. März 2020 (03:32)
3.200 Soldaten (Berufssoldaten und Miliz) werden für Hilfseinsätze in der Coronakrise im Einsatz sein. Hier im Spar-Lager in St. Pölten haben sie die Handelskette bereits in der Vorwoche unterstützt.
APA/Bundesheer/Gunter Pusch

Die Wirtschaft steht aufgrund der Coronakrise weitgehend still. Viele Niederösterreicher sind daher besorgt, dass grundlegende Güter und Dienstleistungen für Leben und Arbeit irgendwann nicht mehr zur Verfügung stehen. Die NÖN fragte nach, wie es um die Versorgungssicherheit im Land steht:

Lebensmittel

„Die Warenversorgung ist sehr gut“, sagt ein Sprecher der Handelskette Spar. In den Lagern herrsche Hochbetrieb, auch die Helfer des Heeres sind weiter im Einsatz. Ähnliches berichtet die Rewe-Gruppe: „Wir haben genügend Waren – und auch genügend Klopapier“, heißt es augenzwinkernd von einem Sprecher. Lieferschwierigkeiten gebe es nicht. Selbst Waren aus Italien kommen an – wenn auch oft etwas verzögert.

Um die Versorgung kümmern sich weiter außerdem lokale Händler. Wo man regional online einkaufen kann, zeigt eine Übersicht auf www.ecoplus.at/online-handel.

Energie

Der Stromverbrauch ist in der Vorwoche um zehn Prozent gesunken. Die Versorgung ist weiter gewährleistet, versichert Gerhard Christiner, technischer Vorstand der Austrian Power Grid (APG). Stefan Zach von der EVN betont, dass das auch für Gas, Wärme, Trinkwasser und Telekommunikation gelte. Laut Zach müsse sich auch niemand Sorgen machen, dass die Energieversorgung gekappt werde, etwa weil Zahlungen nicht pünktlich eingehen. „In Zeiten wie diesen schalten wir keinen Haushalt ab.“

Damit die Stromversorgung weiter aufrecht bleibt, aktivierte die APG ihren Krisenstab. Die Ressourcen wurden auf den notwendigen Kernbetrieb zur Aufrechterhaltung der sicheren Stromversorgung fokussiert. Andere Bautätigkeiten wurden eingestellt.

Internet

Viele Niederösterreicher arbeiten im Homeoffice. Schüler lernen online. Das Internet ist also wichtiger denn je. Bei der RTR versichert man, dass die Netze einer verstärkten Belastung gewachsen sind. Zudem werde die Belastung von den Betreibern laufend beobachtet und, wenn notwendig, werden Kapazitätserweiterungen vorgenommen. Bisher sei noch von keinem Betreiber eine Meldung eingegangen, dass die Auslastung in NÖ beunruhigende Dimensionen annehme. Dennoch gibt es aus Schulen oder Firmen Klagen, dass Programme überlastet seien. Das sei laut der RTR dadurch erklärbar, dass es Engpässe etwa für Firmennetzwerke und E-Learning-Plattformen geben könne, wenn sich viele gleichzeitig einloggen.

Müll

Die Abfallentsorgung läuft normal. Damit das auch in den kommenden Wochen so ist, haben die Umweltverbände einen Plan entwickelt. Das Wichtigste sei es, laut NÖ-Abfallverbände-Präsident Anton Kasser, dass die Abholung des Rest- und Biomülls aufrecht bleibt. Vom Entrümpeln wird abgeraten: „Die Ressourcen sollen für den Normalbetrieb erhalten werden.“

Tankstellen

Um in die Arbeit zu gelangen, sind viele Landsleute trotz allem weiter auf ihr Auto angewiesen. Die Tankstellen kämpfen jedoch mit Umsatzeinbrüchen von bis zu 70 Prozent. „Wir haben massive Rückgänge, die schon existenzgefährdend sind“, sagt Helmut Marchhart, Sprecher der Fachgruppe Garagen-, Tankstellen- und Serviceunternehmungen in der WKNÖ.