Niederösterreichs Wirtschaft wächst "außerordentlich kräftig"

Niederösterreichs Wirtschaft soll laut Economica-Institut und IHS-Prognose heuer und nächstes Jahr um 4,8 Prozent wachsen. Damit liege das Bundesland über dem Bundesschnitt. Seit Corona ermöglichte ein Förderregime des Landes NÖ Betrieben rund 735 Millionen Euro an Investitionen. Hauptprofiteure waren Projekte und Betriebe im Bezirke Amstetten, St. Pölten-Land und Tulln.

Erstellt am 24. Oktober 2021 | 17:00

Das Economica-Institut und IHS prognostizieren dem Land Niederösterreich mit 4,8 Prozent ein kräftiges Wirtschaftswachstum für heuer und für 2022.  "Damit legt die blau-gelbe Wirtschaft stärker zu als andere Regionen Europas und auch stärker als der Österreich-Schnitt. Österreichweit wird der Wirtschaft ein Wachstum von 4,5 Prozent vorausgesagt", sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. 

NÖ-Aufholprozess nach historischem Einbruch

Seit dem Frühjahr verzeichne Niederösterreichs Wirtschaft einen "äußerst dynamischen Aufholprozess" nach dem historischen Einbruch um 6,7 Prozent im Vorjahr. "Damit erholt sich Niederösterreichs Wirtschaft schneller von der Krise als viele andere Regionen. Bereits 2022 werden wir in Niederösterreich deutlich über dem Vorkrisenniveau liegen“, erklärt Christian Helmenstein, Leiter des Economica Institutes.

Der brummende Konjunkturmotor habe jedenfalls einen Beschäftigungseffekt ausgelöst: Im zweiten Quartal dieses Jahres seien mit knapp 630.000 Beschäftigten noch nie so viele Menschen in NÖ beschäftigt gewesen. "Die ausgesprochen gute Konjunkturprognose, aber auch unsere Maßnahmen im Arbeitsmarkt wirken sich auf die Beschäftigung in unserem Bundesland positiv aus. Im kommenden Jahr soll die Beschäftigung in Niederösterreich laut Prognosen um zwei Prozent weiter zunehmen", sagt Mikl-Leitner.

3.300 Firmen bekamen in Krise 127 Millionen Euro 

Zum Wachstum habe auch das Förderregime des Landes Niederösterreich einen Beitrag geleistet, sagt Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger. Seit März 2020 seien mehr als 3.300 Unternehmen mit unterschiedlichen Finanzierungsinstrumente wie Zuschüsse, Haftungen und Krediten in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Technologie und Digitalisierung unterstützt worden. Dadurch wurden rund 735 Millionen Euro an Investitionen am Wirtschaftsstandort Niederösterreich ermöglicht. "Die Zahlen zeigen: Wir setzen alles daran, dass der Standort Niederösterreich das Maximum aus diesem Aufschwung für unsere Betriebe und Landsleute herausholen kann", sagt Danninger.

Seit Beginn der Corona-Krise wurden die meisten Förderprojekte im Bezirk Amstetten (311 Projekte), gefolgt von St. Pölten-Land (259), Melk (239) und Baden (221) unterstützt. Die höchsten Unterstützungsleistungen für Betriebe seitens des Landes Niederösterreich wurden in den Bezirken St. Pölten-Stadt (21 Millionen Euro), Tulln mit über 9,7 Millionen Euro, Wiener Neustadt-Stadt mit rund 9,7 Millionen Euro und Hollabrunn mit über 9,2 Millionen Euro bewilligt. Und die höchsten Investitionen wurden durch die Hilfen in den Bezirken Tulln mit über 87 Millionen Euro, Wiener Neustadt-Land mit rund 74 Millionen Euro und Gmünd mit rund 50 Millionen Euro ausgelöst.

Vitana und Biotech als neue "Ansiedlungshighlights"

Auch die Zahl der Betriebsansiedlungen und Erweiterungen hat in Niederösterreich eine besonders dynamische Entwicklung hingelegt. Von Jänner 2020 bis Ende September 2021 wurden von ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes, 170 Projekte erfolgreich betreut, die fast 2.200 neue Arbeitsplätze nach Niederösterreich brachten. 

Highlights unter den Betriebsansiedlungen in den Krisenjahren 2020 und 2021 waren unter anderem die Vitana Salat- und Frischeservice GmbH, die in Guntramsdorf ihr neues Headquarter errichtet, der Biotech Park der San Gruppe in Herzogenburg und auch die Ansiedlung der Bilfinger Bohr- und Rohrtechnik GmbH in Wolkersdorf.