Noch immer kein Investor für dayli in Sicht. Der Neo-Eigentümer der insolventen Drogeriemarktkette dayli, Martin Zieger, hofft von Insolvenzverwalter Rudolf Mitterlehner noch etwas Zeit für die Investorensuche zu bekommen. Es gebe aussichtsreiche Gespräche, hieß es aus Unternehmenskreisen. Laut dem "Konzept" sollen 500 von derzeit 783 dayli-Filialen bestehen bleiben. Am Freitag wird über die Zukunft der Drogeriemarktkette entscheiden.

Erstellt am 11. Juli 2013 (16:57)

Für die Umsetzung des Konzeptes werden 30 Mio. Euro benötigt. Rund 3.500 dayli-Mitarbeiter in Österreich - zumeist Frauen - warten noch auf ihre Juni-Gehälter und ihr Urlaubsgeld. Ebenso sind die Mieten für Juli ausständig.

Indes weist der Sprecher des Schlecker-Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz Kritik an dem Verkauf der Österreich-Tochter an Rudolf Haberleiter und sein Investmentvehikel TAP 09 zurück. "Das Fortführungskonzept war schlüssig und das Finanzierungskonzept war schlüssig, mit einem Investor an der Seite", sagte Geiwitz-Sprecher Patrick Hacker. Knapp ein Jahr nach der Übernahme schlitterte die Schlecker-Nachfolgegesellschaft dayli wegen fehlender Investoren vergangene Woche in die Pleite.

Schlecker Österreich sei im Juli 2012 kurz vor der Insolvenz gestanden und außer Haberleitner hätten alle Investoren die Drogeriemarktkette nur aus einer Insolvenz heraus übernehmen wollen, so Hacker.

Die Schlecker-Insolvenzverwaltung will auch den "Sanierer" Haberleitner genau durchleuchtet haben: "Man hat sich alles angeschaut und wie gesagt, die Entscheidung, diesen Vertrag zu schließen, war absolut richtig", betonte Hacker. Indes sind in den vergangenen Tagen immer mehr mutmaßliche "Sanierungsopfer" von Haberleitner (u.a. Lindpointner) an die Öffentlichkeit getreten.