Initiative für Frauen in Handwerk und Technik. 1.200 Frauen sollen 2020 für Berufe in Handwerk und Technik qualifiziert werden. Eigener Infobus tourt durch das Mostviertel und den Zentralraum.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 24. Februar 2020 (13:39)
Maryna Burankova ist Teilnehmerin des FiT-Programms und testete den neuen FiT-Bus.
Anita Kiefer

Mehr als 200 Lehrberufe gibt es aktuell, in denen in Niederösterreich ausgebildet wird. Gerade Frauen haben viele Ausbildungen aber gar nicht erst am Radar, erklärt AMS NÖ-Chef Sven Hergovich. „Wir hören von Frauen häufig den Satz ‚Ich wusste gar nicht, dass ich als Frau in diesem Beruf arbeiten kann‘“, so Hergovich – und dabei gebe es gerade in handwerklich-technischen Berufen einen großen Bedarf an Fachkräften.

Bei der offiziellen Eröffnung des FiT-Busses.
Anita Kiefer

Daher wird das AMS NÖ heuer 7,5 Millionen Euro für die Initiative „Frauen in Handwerk und Technik“, kurz FiT, investieren. 1.200 Frauen sollen entsprechend qualifiziert werden, 310 von ihnen wird eine gesamte Lehrausbildung finanziert.

Dreistufiger Aufbau

Grundsätzlich ist das FiT-Programm dreistufig aufgebaut. Stufe eins dient der Beratung und Perspektivenerweiterung, im Zuge derer persönliche Potenziale ausgelotet werden sollen. Stufe zwei qualifiziert die Teilnehmerinnen für eine konkrete Ausbildung im handwerklich-technischen Bereich. Ziel ist hier der Einstieg in eine entsprechende Ausbildung oder direkt in einen Beruf. Stufe drei entspricht der punktgenauen Qualifizierung.

Die Teilnehmerinnen absolvieren innerhalb von zwei Jahren eine Lehre in einem Ausbildungsbetrieb. Der jeweilige Betrieb finanziert dabei die Ausbildung, das AMS sorgt für die Existenzsicherung. Kein Wunder, dass auch die Betriebe ein großes Interesse an der Qualifizierung der Menschen haben, denn: „Fachkräftemangel ist das Thema Nummer eins in Betrieben, sogar noch vor der Bürokratie“, betont Wolfgang Ecker, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer NÖ.

Bus soll Dienstleistungen sichtbar machen

Um über das FiT-Programm zu informieren, gibt es erstmals auch einen Bus, der durch das Mostviertel und den Zentralraum tourt. Dieser wird bei AMS-Geschäftsstellen, Beratungsstellen oder Veranstaltungen, die sich gezielt an Frauen richten, Station machen. Ziel ist, die „Beratungsdienstleistungen sichtbar zu machen“, betonte AMS-NÖ-Chef Hergovich. Nach wie vor sei eine gute Ausbildung die beste Prävention vor Arbeitslosigkeit, so Hergovich zu den Gründen für die FiT-Initiative.

Wolfgang Ecker, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer NÖ (links) und AMS-NÖ-Chef Sven Hergovich.
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2018 haben knapp über 1.000 Frauen am FiT-Programm teilgenommen. An der dritten Stufe des FiT-Programms haben 2018 300 Frauen teilgenommen, gut 200 sind am Arbeitsmarkt untergekommen.