Erstellt am 17. Januar 2017, 01:30

von Thomas Vogelleitner

Kleiner Boom bei E-Autos: Plus 113,8 Prozent. Kleiner Boom bei den E-Autos: 757 wurden im vergangenen Jahr neu zugelassen. Der Anteil der privaten Käufer liegt allerdings bei nur 19 Prozent.

Insgesamt 417 e-Autos wurden in Niederösterreich im ersten Halbjahr 2016 zugelassen.  |  Shutterstock.com / Matej Kastelic

Größtenteils zufrieden ist die blaugelbe Autobranche mit dem Jahr 2016: 61.386 Pkw-Neuzulassungen – um 2.493 Autos mehr als im Jahr davor (österreichweit gab es 329.604 Pkw-Neuzulassungen, ein Plus von 6,8 Prozent). „Ein Ergebnis, mit dem man gut leben kann. Zumal sich auch die Kurz- bzw. Tageszulassungen reduziert haben“, betont Wolfgang Schirak, Obmann der Fachgruppe des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

Der Anteil der verkauften E-Autos hat sich in NÖ zwar im Vergleich zu 2015 verdoppelt (von 0,6 auf 1,2 Prozent Marktanteil, in absoluten Zahlen von 354 auf 757 Autos), die Zero-Emission-Pkw spielen aber nach wie vor eine eher unbedeutende Rolle. „Das wird sich auch nicht so schnell ändern“, ist Schirak überzeugt. „Das E-Auto muss für Otto Normalverbraucher tauglich werden. Denn nicht jeder hat eine Garage, wo die Batterie aufgeladen werden kann. Was macht man, wenn man im achten Stock wohnt?“ Während die Politik jetzt mit Förderungen aktiv ist bzw. wird (Bundesförderung für E-Autos ab März: 4.000 Euro), muss für den St. Pöltner Autoprofi in Sachen Lademöglichkeit und Batteriekapazität noch viel passieren.

Pkw-Neuzulassungen 2016 nach Marken  |  Quelle: Statistik Austria, Foto: VW, NÖN-Grafik: Bischof

Das politische Ziel ist es, Österreich bis 2020 elektrofit zu machen. Die Realisierung dieses Zieles zweifelt Schirak allerdings stark an – und blickt fragend in die Zukunft: „Was kommt dann? Wie kommt dann die Bundesregierung zu den vielen Milliarden Euro, die sie derzeit mit der Mineralölsteuer und der Normverbrauchsabgabe einnimmt? Wird dann der Strom dementsprechend teurer?“ Für Schirak ist außerdem das E-Auto nicht der Weisheit letzter Schluss: „Ich denke, dass das Wasserstoffauto noch lange nicht aus dem Rennen ist.“

Niederösterreich führt das Bundesländer-Ranking in Sachen E-Auto klar an, an zweiter und dritter Stelle liegen Ober-österreich (657) und die Steiermark (546). Waidhofen/Thaya ist laut VCÖ-Analyse Österreichs Bezirk mit dem höchsten Anteil an neuen Autos mit Elektromotor (5,2 Prozent). Zum Vergleich: In der Landeshauptstadt liegt der Anteil der E-Autos bei nur 1,5 Prozent.

Die beliebteste Motorisierung der Niederösterreicher ist weiterhin der Diesel: 56 Prozent aller im Vorjahr neu zugelassenen Pkw haben einen Selbstzünder unter der Motorhaube. Bezüglich Marken- und Modell-Ranking hat sich nichts verändert: VW bzw. der VW Golf sind weiterhin souverän vorne.

Last but not least: Wolfgang Schirak wünscht sich für 2017 eine Ökoprämie, welche konventionelle Technologien (Diesel und Benzin) fördert…