Herkunft der Lebensmittel immer wichtiger für Käufer. Der NÖ Bauernbund setzt sich für eine transparente Kennzeichnung der Lebensmittel ein.

Erstellt am 21. Oktober 2018 (02:37)
Oleksandra Naumenko/Shutterstock.com
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Die Niederösterreicher sind beim Kauf von Lebensmitteln Patrioten: Acht von zehn Kunden greifen beim Einkauf zu Lebensmitteln aus heimischer Erzeugung, besagt eine bundesweite ORF-Umfrage. Ein klarer Hinweis für Qualität aus Österreich ist dabei das AMA-Güte siegel.

Doch auch beim Außer-Haus-Konsum wollen rund 70 Prozent (GfK-Studie 2018) der Konsumenten genau wissen, wo das Ursprungsprodukt der Speise auf ihrem Teller herkommt. 2,5 Millionen Mahlzeiten werden täglich in Kantinen, Schulen, Heimen, der Gastronomie, Krankenhäusern usw. verzehrt. Das heißt, mittlerweile werden mehr als 50 Prozent der Mahlzeiten außer Haus eingenommen.

Wo kommen die Lebensmittel her?

Die Herkunft von Lebensmitteln muss erkennbar sein. Das fordern die Landwirtschaftskammer Österreich und der NÖ Bauernbund. Sie setzen sich für eine Transparenz bei Lebensmittelprodukten sowohl im Supermarkt als auch in der Gemeinschaftsverpflegung durch Großküchen ein. Gemeinsam starten sie daher die Kampagne „Unser Essen: Gut zu wissen, wo’s herkommt“ zur Verbesserung der Herkunftskennzeichnung samt einer groß angelegten Unterschriftenaktion.

Für Wirte ändert sich dabei nichts. Sie können auch weiterhin freiwillig die Herkunft anführen. Dazu gibt es auch jetzt schon in Österreich über 1.300 Gasthäuser und Restaurants mit dem AMA-Gastrosiegel.

Für den Handel schreibt die EU-Kennzeichnungsverordnung die Herkunftskennzeichnung von Fleisch und Eiern bereits verpflichtend vor. Beim Griff ins Supermarktregal kann jeder frei wählen, ob regional, bio, österreichische Qualität oder ausländische Ware. In Schul- und Betriebskantinen oder Kasernen wird einem diese Entscheidungsfreiheit genommen.

Bewusst und sicher zu Qualität greifen

„Genau deshalb setzen wir uns dafür ein, dass in der Gemeinschaftsverpflegung die Herkunft tierischer Produkte verpflichtend erkennbar gemacht wird. Unsere Bauern liefern Qualität mit Herkunft und arbeiten mit Respekt für Tiere und Natur“, fordert NÖ Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner mehr Transparenz und Wertschätzung ein: „Viele Menschen legen eben Wert auf die gute österreichische Qualität, und so wird auch die heimische Lebensmittelwirtschaft gestärkt.“

Niederösterreich hat hier eine Vorreiterrolle übernommen. In den Großküchen des Landes NÖ – in Landeskliniken, Landespflegeheimen und vielen weiteren Großküchen – wird die regionale Herkunft von Fleisch und Eiern bereits sichtbar gemacht.

NÖ Bauernbund/Gabriele Moser
„Die Kunden wollen wissen, wo das Essen am Teller herkommt“, weiß NÖ BauernbunddirektorinKlaudia Tanner und fordert eine Herkunftskennzeichnung inder Gemeinschaftsverpflegung durch Großküchen.

Die Landhausküche, alle Landeskliniken und Pflegeheime, die Landwirtschaftlichen Fachschulen sowie die höheren Bundeslehranstalten Sitzenberg, Wieselburg und Klosterneuburg sind schon Partner der Initiative „Unser Essen: Gut zu wissen, wo’s herkommt.“

Und: Eine Studie der Johannes-Kepler-Universität Linz belegt, dass durch einen um zehn Prozent höheren Konsum von heimischen Lebensmitteln 21.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.