Benziner jetzt die Nummer 1. Minus 21,9 Prozent: Der Dieselverkauf brach ein – Elektroautos plus 24,1 Prozent.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 15. Januar 2019 (02:35)
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Symbolbild

62.606 Pkw wurden 2018 in Niederösterreich neu zugelassen. Das ist ein Minus von 2,9 Prozent im Vergleich zu 2017. Österreichweit gab es ein Minus von 3,5 Prozent (341.068 neue Pkw). Damit kann die Branche gut leben. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es durch die Einführung des neuen Abgastests WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure, auf deutsch: weltweit einheitliches Leichtfahrzeuge-Testverfahren) per 1. September zu extremen Herausforderungen der Autoindustrie kam – Lieferprobleme waren die Folge.

Erstmals seit 1997 (sieht man vom Ökoprämienjahr 2009 ab) ist das Benzinauto (auch in Niederösterreich) die klare Nummer 1 bei den Pkw (34.948, plus 14,5 Prozent gegenüber 2017), das Dieselauto wurde nur mehr 24.479-mal verkauft (das bedeutet ein Minus von 21,9 Prozent). Für Wolfgang Schirak (Fachgruppenobmann Fahrzeughandel WKNÖ) auch ein Ergebnis einer „Dieselpanikmache“: „Ich lass’ mir den Diesel auf keinen Fall schlechtreden. Die neuen Motoren mit der Abgasnorm Euro 6d-Temp sind vorbildlich sauber!“ Und der St. Pöltner Autoprofi denkt weiter: „Der Diesel wird auch wieder kommen. Denn ohne ihn wird man die CO2 -Grenzwerte 2020 nicht erreichen.“ Ab 2020 gilt in der EU ein Durchschnittsgrenzwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer für alle neu zugelassenen Pkw.

„2019 werden die Elektroautos einen Marktanteil von fünf Prozent schaffen, mehr wird sich nicht ausgehen …“ Wolfgang Schirak, Fachgruppenobmann Fahrzeughandel WKNÖ

Ein stolzes Plus von 24,1 Prozent gegenüber 2017 kann das Elektroauto vorweisen, allerdings wurden nur bescheidene 1.384 Zero-Emission-Fahrzeuge verkauft (davon 406-mal an private Personen) – das entspricht einem Marktanteil von 2,2 Prozent. Niederösterreich führt das Bundesländer-Ranking bei den Elektro-Pkw an – vor der Steiermark (1.349), Oberösterreich (1.062) und Wien (928). Österreichweit wurden im Vorjahr 6.757 Pkw mit reinem Elektroantrieb neu zugelassen (Marktanteil 2,0 Prozent). Bereits beschlossen: Heuer gibt es vom Bund eine Förderung von 3.000 Euro beim Kauf eines Elektroautos.

Quelle: Statistik Austria; Foto: VW; NÖN-Grafik: Gastegger

Für das heurige Jahr gibt sich Wolfgang Schirak gebremst optimistisch. Die Diskussionen rund um den Dieselmotor und die fehlende Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge würden die Kunden weiterhin verunsichern. Dies könnte auf die Margen drücken, hatte kürzlich der deutsche „Autopapst“ Ferdinand Dudenhöffer gewarnt. Er erwartet, dass die Rabattschlacht bei den Autohändlern weitergeht.

Für den Wunsch der Autoindustrie nach einem Aus für die Normverbrauchsabgabe zeigte Verkehrsminister Norbert Hofer übrigens Verständnis. „In dieser Form hat sie keine Zukunft“, meinte der FPÖ-Politiker auf der Vienna Autoshow. Ob da der Finanzminister mitspielt? 470 Millionen Euro, so hoch waren die Einnahmen für den Finanzminister im Jahr 2017 aus der Normverbrauchsabgabe, die bei Erstzulassung eines Fahrzeugs in Österreich anfällt.