Und der Oskar geht nach ... Amstetten!. Das Unternehmen der Umdasch-Gruppe holt sich derzeit einen Prestige-Auftrag nach dem andern – und den US-Wirtschafts-Oskar.

Erstellt am 09. Mai 2015 (07:10)
NOEN, Elizabeth River Tunnels Projects
Das Trockendock in Baltimore wird nach Fertigstellung der Tunnelsegmente der Firma Doka geflutet.
Ob hohe Wolkenkratzer oder lange Unterwasser-Tunnel: Die Bauprojekte des Amstettner Schalungstechnik-Unternehmens Doka sind in vielerlei Hinsicht spektakulär. Und genau aus diesem Grund wurde das zur Umdasch-Gruppe gehörende Unternehmen heuer mit dem USABizAward, also Amerikas Wirtschafts-Oskar, ausgezeichnet – und zwar in der Kategorie „Spektakuläres“.

Vergeben wurde diese Auszeichnung zum mittlerweile fünften Mal vom Außenwirtschaftscenter Los Angeles, und zwar für Spitzenleistungen österreichischer Unternehmen am US-Markt.

Zu solchen Spitzenleistungen zählte etwa die Selbstkletterschalung der Firma Doka beim 432 Park Avenue Tower in New York (Bild unten). Mit 426 Metern Höhe gilt das Gebäude als höchstes in der westlichen Hemisphäre. Weitere „spektakuläre“ Projekte in den USA waren beispielsweise die höchste Brücke in Virginia, ein Luxusgebäude in Honolulu oder die Verschalung der Türme des World Trade Centers.
NOEN, Doka
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„Unser Eintritt in den US-Markt vor nahezu 20 Jahren war ein wesentlicher Teil unserer internationalen Expansionsstrategie und die richtige Entscheidung. Das belegen die steigende Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen sowie die kontinuierlichen Zuwachsraten“, so Andreas Ludwig, Vorstand Doka Group Engineering und Production.

Auch im arabischen Raum kann Doka zahlreiche Prestige-Projekte vorweisen. Beim aktuell höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa in Dubai, mischte das Unternehmen mit. Und im Vorjahr erhielt Doka den Schalungs-Auftrag für den Kingdom Tower (Entwurf siehe Bild links) in Saudi Arabien. Nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2017 soll der Kingdom Tower als höchstes Gebäude der Welt gelten.

Für viel Aufsehen sorgte heuer auch ein Bauprojekt in den USA, das nichts mit Höhen, sondern mit Tiefen zu tun hat: Der Second Midtown Tunnel verläuft komplett unter Wasser, nämlich 26 Meter unter dem Meeresspiegel. Der 1,13 Kilometer lange Tunnel verbindet die Orte Norfolk und Portsmouth im US-Bundesstaat Virginia.

Seit rund 50 Jahren besteht dieser Tunnel im Elizabeth River zwischen den beiden Orten und ist mit rund einer Million Fahrzeugen pro Monat eine der wichtigsten Verkehrsadern östlich des Mississippi. Aufgrund chronischer Verkehrsüberlastung waren eine Sanierung und Erweiterung notwendig – das Know-how aus Amstetten soll nun helfen, die Kapazität des Verkehrsweges zu verdoppeln.

Der Second Midtown Tunnel besteht aus elf Einzelsegmenten, die nach ihrer Herstellung im Trockendock in Baltimore rund 320 Kilometer über den Meeresweg südlich in den Elizabeth River transportiert und dort versenkt werden. Schotten an beiden Enden verschließen die Tunnelsegmente während des Schiffsweges wasserdicht, wodurch sie am Meer schwimmen können. Im Elizabeth River werden sie dann mittels Laservermessung punktgenau platziert.

Abgesenkt werden die Segmente per kontrollierter Flutung der eingebauten Wassertanks (siehe Bild rechts oben). Gummidichtungen verbinden die Einzelteile miteinander, und nach dem Entfernen der Schotten beginnen die finalen Tunnelarbeiten. Die Fertigstellung ist für September 2016 geplant.

Deal mit Holzbaufirma soll Wachstum bringen

Auch innerhalb Europas setzte Doka kürzlich einen Meilenstein. Im April hat das Unternehmen das Schalungsplatten- Segment der oberösterreichischen Firma Wiehag übernommen. Damit zieht nicht nur eine neue Drei-Schicht-Platte in das bestehende Produktsortiment ein, sondern auch ein spezielles Produktionsverfahren zur PU-Kantenversiegelung. „Mit diesem Deal erhalten wir die Chance, für uns neue Kunden anzusprechen“, so Doka-Vorstand Andreas Ludwig.

Das Holzbauunternehmen Wiehag hat Ende März 2014 die Holzdachkonstruktion der Londoner Bahnstation Canary Wharf im gleichnamigen Stadtviertel fertiggestellt. Die Station Canary Wharf ist Teil der Eisenbahnlinie „Crossrail“, die bis 2018 fertiggestellt wird und derzeit zu den größten Verkehrsprojekten Europas zählt.

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