Auch Regionalverband für neue Autobahn im Waldviertel. Nach jahrelanger Diskussion werden die Pläne für eine Waldviertelautobahn konkreter: "Die Region und das Land Niederösterreich sagen Ja zur Europaspange, welche den Norden des Landes besser an das europäische Verkehrsnetz anschließen soll", sagte Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) in einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 23. Mai 2018 (11:57)
Landesrat Ludwig Schleritzko (Mitte) mit den beiden Ko-Vorsitzenden des Regionalverbandes Waldviertel, LAbg. Jürgen Maier und NAbg. Maurice Androsch
NLK Pfeiffer

Die geplante Straße soll - zwischen Ost und West - die S3 mit der S10 verbinden (NÖN.at hatte berichtet).

Der vorgeschlagene Korridor verläuft von Stockerau über Hollabrunn, Horn und Gmünd bis ins oberösterreichische Freistadt. Die genaue Trassenführung hänge von den Experten ab, meinte der Mobilitätslandesrat. Die Europaspange sei ein "überregional bedeutsames Projekt, mit dem wir europäische Länder und Verkehrsachsen verbinden wollen. Wir denken hier in europäischen Räumen und zugleich an die Region im nördlichen Niederösterreich", sagte Schleritzko.

Auf die Frage nach den Kosten meinte der Landesrat: "Es wird sicher ein Milliarden-Projekt." Die Finanzierung liege beim Bund bzw. der Asfinag, die laut dem Landesrat mit dem Regionalverband Waldviertel in Kontakt gestanden sei. "Wir werden uns jetzt um Gespräche mit dem Bund bemühen."

Nur eine Gegenstimme bei Regionalverbands-Sitzung

In einer Sitzung des Regionalverbandes am Dienstag mit 27 Mitgliedern aus fünf Bezirken habe es nur eine Gegenstimme gegeben, berichtete Bürgermeister LAbg. Jürgen Maier (ÖVP), Vorsitzender des Gremiums. "Wir wissen, dass der Weg dahin noch ein längerer sein wird", sagte Maier zur geplanten Umsetzung. Co-Vorsitzender Abg. Maurice Androsch (SPÖ) sprach von einer "Zukunftschance" für die weitere Entwicklung des Waldviertels. Die Bürgermeister der Region sollen in einer Versammlung über den Beschluss informiert werden.

  • Der geplante Korridor der Europaspange ist gelb eingezeichnet und führt von der S 3 zur S 10. Ebenfalls in Gelb eingezeichnet sind die bestehenden Hauptachsen ins Waldviertel. Diese sollen weiter ausgebaut werden. In Blau eingezeichnet sind die Zugstrecken der Franz-Josefs-Bahn und der Kamptalbahn. Gemeinsam mit dem Regionalverband hat sich das Land darauf verständigt, den Ausbau des ÖV weiter voranzutreiben. In Orange angedeutet ist jene Verbindung zwischen Zwettl  über Pöggstall bis zur A 1, deren Ausbau überprüft werden soll.
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Zum weiteren Fahrplan wurde mitgeteilt, dass in der Budgetsitzung des Landtages im Juni ein Initiativantrag eingebracht werden soll. Nach dem Landtagsbeschluss soll eine "Strategische Prüfung Verkehr" (SPV) eingeleitet werden. Ziel sei die Verankerung der Autobahn im Bundesstraßengesetz. Ein dafür nötiger Nationalratsbeschluss in dieser Legislaturperiode "ist aus unserer Sicht möglich", meinte Schleritzko. Insgesamt werde eine Umsetzung der Europaspange 25 bis 30 Jahre dauern, hieß es.

Ausbau soll "großen Schwung" in die Region bringen

Das Waldviertel liege inmitten einer sehr dynamischen Wirtschaftsregion, nannte Schleritzko etwa den Raum Prag, Brünn, die Region um St. Pölten und Linz sowie Wien. Mit der Europaspange soll der Norden Niederösterreichs von dieser positiven Entwicklung profitieren. "Der Autobahnbau könnte großen Schwung in die Region bringen", sagte der Landesrat. Laut Berechnungen seien eine Steigerung der regionalen Wirtschaftsleistung von bis zu einer Milliarde Euro und 10.000 zusätzliche Arbeitsplätze möglich.

Weiters werden beispielsweise Kurvenbegradigungen und zusätzliche Spuren für eine bessere Verbindung von Zwettl über Pöggstall bis zur A1 geprüft. Zudem gibt es laut Schleritzko ein "klares Bekenntnis" zum weiteren Ausbau der bestehenden Hauptachsen im Waldviertel, etwa B4, B2, B36 und B37. Die A22 soll auf drei Spuren in beide Richtungen bei Stockerau erweitert werden. Auch der öffentliche Verkehr soll ausgebaut werden, Verbesserungen sind u.a. auf der Franz-Josefs-Bahn geplant.

Landesrat Ludwig Schleritzko (Mitte) mit den beiden Ko-Vorsitzenden des Regionalverbandes Waldviertel, LAbg. Jürgen Maier und NAbg. Maurice Androsch
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