ÖAMTC: Jeder 4. Pfingst-Verkehrstote ist Motorradfahrer. Mit Pfingsten und Fronleichnam stehen zwei lange Wochenenden vor der Tür, die viele Motorradfahrer für Touren nutzen. Doch gerade zu Saisonbeginn passieren oft Unfälle.

Erstellt am 16. Mai 2013 (11:01)
NOEN, Symbolbild zVg
Laut Daten der ÖAMTC-Unfallforschung ist jeder vierte Verkehrstote zu Pfingsten ein Motorradfahrer. Von 2007 bis 2011 ereigneten sich an den Pfingstwochenenden (Freitag bis Montag) insgesamt 373 Motorradunfälle. Dabei wurden 410 Personen verletzt, 13 getötet. Mehr Motorradunfälle, aber weniger Getötete gab es in den letzten fünf Jahren am Fronleichnam-Wochenende (Donnerstag bis Sonntag): 511 Unfälle, 502 Verletzte, 9 Getötete von 2007 bis 2011.
 
Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik, gibt nun Tipps, damit Biker die kommenden Motorradausfahrten sturzfrei und unverletzt genießen können. Gleichzeitig fordert der Zweirad-Profi mehr öffentliche Unterstützung für Motorradtrainings. Denn durch mehr Übung könnten viele Unfälle verhindert werden.
 
Fünf Fahrtechnik-Tipps für Motorradfahrer:
  • Vorrausschauend fahren. "Wer vorausschauend fährt, wird von Gefahren nicht überrascht und hat ausreichend Zeit zu reagieren", erklärt der Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik.
  • Fahrstreifenmittig fahren. "Man sollte immer in der Mitte des Fahrstreifens fahren, also auch keine Kurven schneiden. Gegenverkehr und Bankett sind gefährlich", betont Scheiblauer.
  • Kopf in die Kurve drehen. "Man fährt dorthin, wohin man schaut, die Blickrichtung gibt die Kurvenlinie vor", so der Motorrad-Experte der ÖAMTC Fahrtechnik.
  • Damit rechnen, von anderen übersehen zu werden. "Als Motorradfahrer sollte man immer für andere 'mitdenken' und sich Reserven halten, damit man auch Fehler anderer ausgleichen kann", empfiehlt Scheiblauer.
  • Achtung bei entgegenkommenden Linksabbiegern. "Autofahrer nehmen die schmale Silhouette des Zweirads oft nicht wahr oder schätzen die Annäherungsgeschwindigkeit falsch ein. Daher sollte man Augenkontakt suchen, bremsbereit fahren und berechenbar bleiben", rät der Zweirad-Profi der Fahrtechnik.

Training hilft – positive Unfallbilanz durch öffentliche Förderung
 
Zwei Drittel der Zweirad-Unfälle sind Kollisionen mit anderen Fahrzeugen, fast das gesamte restliche Drittel sind Alleinunfälle - speziell beim Kurvenfahren und Bremsen. "Genau das wird bei einem Motorrad-Fahrtechniktraining gezielt geübt. Kurvenfahren, Bremsen und Blicktechnik werden genauso trainiert wie verschiedene Notmanöver. Typische Kollisionsunfälle mit anderen Fahrzeugen werden analysiert", erklärt der Zweirad-Profi der ÖAMTC-Fahrtechnik. Mit einer verbesserten Fahrtechnik könnten einige Unfälle verhindert werden.
 
"Geübte Motorradfahrer sind deutlich sicherer unterwegs als Untrainierte. Öffentliche Förderungen können helfen, die Unfallzahlen zu verringern", hält Scheiblauer fest. Der Zweirad-Profi verweist damit auf Erfahrungen aus Oberösterreich: Dort ging die Anzahl der getöteten Motorradfahrer signifikant zurück, nachdem das Land Oberösterreich einige Jahre lang Motorradtrainings gefördert hatte.