Das „Aus“ für die Personenkassen in NÖ. Seit Ende 2018 wurden personell besetzte Ticketverkaufsstellen von 23 auf 15 reduziert.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 30. Juli 2019 (02:41)
In St. Pölten ist die Personenkasse nicht gefährdet – sie ist Teil des Reisezentrums am Hauptbahnhof.
NÖN

Die ÖBB werden zeitnah alle Personenkassen – also jene Ticketverkaufsstellen an Bahnhöfen, die mit Personal besetzt sind – bis auf drei Ausnahmen (St. Pölten, Wiener Neustadt und Amstetten) schließen. Dieses Gerücht ereilte die NÖN in der Vorwoche aus ÖBB-Kreisen. In den kommenden Monaten seien „noch keine Umwandlungen fixiert“, sagt ÖBB-Sprecher Christopher Seif angesprochen auf das erwähnte Gerücht.

Unabhängig davon, ob dieses nun stimmt oder nicht: Seit Dezember 2018 haben die ÖBB in Niederösterreich ihre Personenkassen kräftig reduziert – nämlich von 23 (laut einem Kurier-Bericht aus dem Vorjahr) auf 15 verbleibende Standorte, wie die ÖBB jetzt gegenüber der NÖN bekannt gab. Seit Februar 2019 wurde etwa die Personenkasse in Melk in eine Ticketverkaufsstelle bei einem Vertriebspartner umgewandelt, ebenso jene in Wolkersdorf, Ternitz, Pöchlarn, Stockerau und Gloggnitz. Die Aufgaben der Personen am Ticketschalter haben hier Partner übernommen – etwa Bahnhofsgreißler oder die Post. Die Personenkassen würden grundsätzlich hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit geprüft, so Seif – das sei ein laufender Prozess.

Die Einführung der Ticketautomaten hat in Österreich schon eine jahrzehntelange Tradition: In den späten 1990er-Jahren sind die ersten Automaten aufgestellt worden. Generell sind die ÖBB bemüht, Vertriebspartner für den Ticketverkauf zu finden. Außerdem stünde eine Funktion „Einfache Bedienung“, die speziell für ältere Menschen entwickelt wurde, am Automaten zur Verfügung – und eine telefonische Servicehotline. Zu Kündigungen soll es durch die Umwandlung von Personenkassen auf den Verkauf bei Partnern jedenfalls nicht kommen, betont Christopher Seif.

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