NÖ-Wirtschaftsbund will Aufwertung der Wohnzimmer-Tests. Die VPNÖ und der Wirtschaftsbund setzen sich für eine Reaktivierung der Corona-Ampel für regionale Corona-Maßnahmen und die Anerkennung der Wohnzimmer-Tests als Eintrittstest für die Wirtschaft ein. NÖ-Wirtschaftsbunddirektor Harald Servus: "Es war richtig die ersten Öffnungsschritte zu setzen."

Von Norbert Oberndorfer. Erstellt am 19. Februar 2021 (12:45)

Der NÖ-Wirtschaftsbund fordert weitere Öffnungsschritte für die noch geschlossenen bzw. eingeschränkten Branchen wie Freizeit und Kultur, Gastronomie und Hotellerie. Die Infektionszahlen seien "im Großen und Ganzen" stabil und von einem Kollaps des Gesundheitssystems mit aktuell 260 statt 700 Intensivpatienten Ende November bundesweit sei man "weit entfernt", sagt NÖ-Wirtschaftsbund-Direktor Harald Servus und resümiert: "Es war richtig die ersten Öffnungsschritte zu setzen." 

Gastro- und Hotellerie hätten bereits 109 Tage geschlossen und stünden "ohne Umsätze", aber "mit Fixkosten und mit der Ungewissheit, wann es wieder losgehen wird" da, sagt Servus. Umso wichtiger wären daher weitere Öffnungsschritte vor Ostern und eine Ausweitung der Testmöglichkeiten.

Mit verschärften Abstandsregeln, FFP2-Masken und stark ausgeweiteten Teststraßen habe man „Waffen gegen den Virus in der Hand, die auch Wirkung zeigen", ist Servus überzeugt. Allein in NÖ gebe es schon 177 Betriebe mit eigener Teststraße, 290 Teststraßen in den Gemeinden, 130 Testmöglichkeiten in Apotheken und fünf Teststraßen der Sozialpartner. 

Dennoch könnten mit neuen Öffnungsschritten die Teststraßen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Die VPNÖ und der NÖ Wirtschaftsbund fordern daher die Anerkennung der Wohnzimmer-Tests  (Anm: Ab 1. März gratis in den Apotheken erhältlich) als Eintrittstests für Wirtshaus-, Hotel- und Friseurbesuche. Die Reaktivierung der "fast vergessenen Corona-Ampel" mit größerem Spielraum durch Testungen und Impfungen und der Ausbau des Contact Tracing, um Infizierte möglichst rasch zu identifizieren, seien ebenfalls wichtig. "NÖ ist beim Contact-Tracing sehr gut unterwegs, einige Bundesländer haben aber größeren Nachholbedarf", sagt Servus..

Tourismusabgabe wird auch 2021 ausgesetzt

Der Landtag wird in der kommenden Landtagssitzung beschließen, dass die NÖ-Tourismusabgabe auch im Jahr 2021 nicht durch die Gemeinden eingehoben wird. Gastro- und Hotellerie, aber auch andere mit dem Tourismus verquickte Branchen wie Handwerker und Gärtner sollen dadurch entlastet werden. „Durch den weiteren Entfall der Tourismusabgabe entlasten wir auch heuer 20.000 Betriebe in Niederösterreich um rund 10 Millionen Euro", heißt es von VP-Klubobmann-Stellvertreter Kurt Hackl. 95 Prozent der Abgabe fließen normalerweise in das Gemeindebudget. Diesen Ausfall will das Land NÖ den Gemeinden kompensieren.