OeNB senkte Wachstumprognose 2013 auf 0,3 Prozent. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihrer Wachstumsprognose für das laufende Jahr 2013 und das kommende Jahr um jeweils 0,2 Prozentpunkte auf 0,3 bzw. 1,5 Prozent gesenkt. Österreich könne sich dem schwachen wirtschaftlichen Umfeld nicht entziehen, halte sich aber bemerkenswert, meinte OeNB-Gouverneur Nowotny. Erst 2015 soll die heimische Wirtschaft im langjährigen Durchschnitt wachsen.

Erstellt am 07. Juni 2013 (15:16)

Die Nationalbank-Prognose weist nunmehr im Vergleich zu jenen von anderen Instituten und Institutionen die schwächsten Wachstumsraten auf: Die OECD hatte zuletzt für die heimische Wirtschaft ein Wachstum für heuer und das kommende Jahr von 0,5 bzw. 1,7 Prozent vorausgesagt, der IWF von 0,8 bzw. 1,6 Prozent, Wifo/IHS von 1,0/0,8 Prozent bzw. 1,8 Prozent, und die EU-Kommission von 0,7 bzw. 1,9 Prozent. Man habe die Dynamik des Abschwungs unterschätzt, sagte Nowotny heute in Hinblick auf die vielen Revisionen der Prognosen.

Erst 2015 werde Österreichs Wirtschaft mit 1,8 Prozent wieder im langjährigen Durchschnitt wachsen. "Österreich kann sich der internationalen Entwicklung nicht entziehen, behauptet sich aber angesichts der Rezession im Euroraum bemerkenswert", so Nowotny.

Die Eurozone bezeichnete Nowotny "als Schwachstelle der Weltwirtschaft". Während in den USA die Rezession bereits eindeutig zu Ende sei, gelte dies für den Euroraum leider nicht. "Der Euroraum ist eindeutig in einer Rezession", sagte Nowotny. Vor allem habe sie nunmehr auch die Kernstaaten des Euroraumes wie die Niederlande und Finnland erreicht. "Es fehlt eine Wachstumslokomotive", so der Notenbankchef. Auch für Deutschland wird für heuer nur mehr ein Wachstum von 0,4 Prozent prognostiziert und 1,9 Prozent für 2014.

Für den Euroraum erwartet die OeNB nunmehr heuer einen realen Rückgang des BIP um 0,6 Prozent, für 2014 eine Zunahme um 1,1 Prozent und für 2015 einen Anstieg um 1,6 Prozent. Zur Jahresmitte dürfte aber der Tiefpunkt der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung erreicht werde. Danach sollte es wieder Aufwärts gehen. Diese Erwartungen basieren laut Nowotny auf einer deutlichen Verbesserung bei den Exporten und der Investitionsnachfrage.

Auf den Arbeitsmarkt wirkt sich die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung negativ aus. Die Arbeitslosenquote sollte nächstes Jahr aber nicht über 5 Prozent steigen, so Doris Ritzberger-Grünwald, Direktorin der Hauptabteilung Volkswirtschaft. Österreich werde auch in den kommenden Jahren die niedrigste Arbeitslosenrate in der EU aufweisen.