OeNB sieht weiter unterdurchschnittliches Wachstum. "Trotz guter wirtschaftlicher Fundamentaldaten" bleibt das Wachstum der österreichischen Wirtschaft zur Jahresmitte verhalten und wird im zweiten und dritten Quartal nur um 0,2 bzw. 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal wachsen, analysiert die Oesterreichische Nationalbank in ihrem am Freitag veröffentlichten Konjunkturindikator. Der langjährige Wachstumsdurchschnitt beträgt jeweils 0,5 Prozent.

Erstellt am 13. Juli 2012 (12:03)

Im Unterschied zu anderen Euroraumländern zeichne sich für Österreich derzeit aber kein Abgleiten in eine Rezession ab - "unter der Voraussetzung, "dass es zu keiner neuerlichen Verschärfung der europäischen Finanz- und Schuldenkrise und keiner weiteren Verschlechterung der Konjunktur bei unseren wichtigsten Handelspartnern kommt".

Im Vergleich zur letzten Veröffentlichung des OeNB-Konjunkturindikators wurde die Prognose für das zweite Quartal 2012 geringfügig um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert. Im Vergleich zum zweiten und dritten Quartal des Vorjahres erwartet die Nationalbank im Jahersabstand eine Steigerung von jeweils 0,5 Prozent.

Dies bedeutet, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) Ende September um nur einen halben Prozentpunkt über den Vorjahr liegen wird. Die im erst Juni erhöhte OeNB-Prognose für das Gesamtjahr 2012 geht aber davon aus, dass die Wirtschaftskraft drei Monate später um 0,9 Prozent über dem Ende 2011 liegen wird. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste sich die Konjunktur zum Jahresausklang merklich beleben.

Für den Euroraum lassen sowohl die vorliegenden harten Fakten als auch die Vertrauensindikatoren für das zweite Quartal sogar einen leichten Rückgang erwarten, schreibt die Nationalbank. So sanken im Euroraum zuletzt die Industrieproduktion und das Absatzvolumen im Einzelhandel, darüber hinaus signalisiert der Einkaufsmanagerindex ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung.

Österreich zähle zwar zu den Ländern mit einer noch überdurchschnittlichen Performance, die "heimische Wirtschaft kann sich jedoch nicht gänzlich von den internationalen Entwicklungen abkoppeln, wobei die Exportwirtschaft am unmittelbarsten von dem schwierigen außenwirtschaftlichen Umfeld getroffen wird".