OeNB-Vize-Gouverneur Duchatczek zurückgetreten. Wolfgang Duchatczek hat am Dienstag mit sofortiger Wirkung sein Amt als Vize-Gouverneur und Mitglied des Direktoriums der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) sowie sämtliche Aufsichtsratsfunktionen mit sofortiger Wirkung zurückgelegt. Duchatczek macht zur Rechtfertigung dieses Schrittes "wichtige Gründe" geltend und bezieht sich dabei auf die vom Generalrat verfügte Dienstfreistellung.

Erstellt am 25. Juni 2013 (19:02)

Der Generalrat habe damit seine Kompetenzen überschritten und Duchatczek daran gehindert, die ihm gesetzlich obliegenden Aufgaben des Vize-Gouverneurs zu erfüllen, erläuterte sein Anwalt, Herwig Hauser, den Schritt.

Ferner sei aus Medienberichten hervorgegangen, dass vom Präsidium die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen Duchatczek geplant sei, ohne den Betroffenen davon ordnungsgemäß zu verständigen. Duchatczek habe unter diesen Umständen keine zumutbaren Rahmenbedingungen für die weitere Ausübung seiner Ämter vorgefunden. Er hoffe jedoch, so Rechtsanwalt Hauser, mit diesem Schritt zur Entspannung beizutragen und den Intentionen des Präsidiums der OeNB zu entsprechen, sodass eine Eskalation des Konfliktes und ein Vertrauensschaden für die Bank vermieden werden können.

Die mit dem Rücktritt verbundene Pensionierung, welche sonst im Juli erfolgt wäre, sei nur um wenige Tage vorgezogen worden. Es handle sich dabei um ein vertragliches Gestaltungsrecht, wie es jedem Dienstnehmer der OeNB aufgrund von Lebensalter und Anzahl der Dienstjahre zustehe.

Duchatczek war am 18. Juni suspendiert worden. Auslöser war eine Anklage der Staatsanwaltschaft wegen Mitwisserschaft bei fragwürdigen Geschäften der Nationalbanktochter OeBS, deren Aufsichtsratschef Duchatczek war. Duchatczek hat alle Vorwürfe stets zurückgewiesen.